21 vegane Schokoladen im Test: Wie steht es um Geschmack, Fairness und Inhaltsstoffe ?

Wir alle kennen sie, wir alle lieben sie: Schokolade. Für viele von uns ist sie ein Mittel zur Selbstbelohnung, da wir uns zum Beispiel nach einem stressigen Arbeitstag oder nachdem eine schwierige Aufgabe geschafft ist, gerne einmal mit einem Stück Schoki verwöhnen. Schokolade schüttet im Gehirn des Essers Dopamin aus, welches zu positiven Gefühlserlebnissen führen kann. Auch Endorphine sollen beim Schokoladenkonsum ausgeschüttet werden und zusätzlich die Laune heben. Auch ich esse natürlich, wie vermutlich die meisten von euch, gerne hin und wieder ein Stück Schokolade. Es war für mich verblüffend zu lernen, dass es sich bei Schokolade eigentlich um ein komplett veganes Produkt handelt: In dunkle Schokolade fließt nichts tierisches mit ein, lediglich pflanzliche Inhaltsstoffe. Nur die klassische Vollmilchschokolade enthält – wie der Name vermuten lässt – Vollmilch und ist somit nicht vegan. Heute will ich daher einmal einige vegane Schokoladen testen und meine Ergebnisse mit euch teilen: Viel Spaß beim Lesen!
Die Testergebnisse beruhen ausschließlich auf meinen Recherchen und meiner persönlichen Meinung und Einschätzung: Macht euch im Zweifel lieber selbst noch mal ein eigenes Bild von den Produkten.

1. Einleitendes zu den veganen Schokoladen

Im Test sind vegane Schokoladen mit einem besonders hohen Kakaogehalt. Ich habe mir dafür fünf Testkriterien ausgesucht. Beim ersten Eindruck achte ich darauf, was mir optisch und olfaktorisch an der veganen Schokolade auffällt. Außerdem werde ich auf die Herkunft und die Herstellunsgbedingungen der Schokolade eingehen. Danach kommt der angenehme Teil: Ich unterziehe die Schokolade einem Geschmackstest! Außerdem werde ich auf das Preis-Leistungs-Verhältnis sowie auf die Inhaltsstoffe der Produkte eingehen. Lasst uns also starten!

2. Alle Schokoladen in der Übersicht

Gewicht (in Gramm):

Ritter Sport KakaoKlasse 74%: 100

Gepa Grand Noir Cacao Nibs 70%: 100

Zotter Labooko Peru 100%: 65

Vego Whole Hazelnut Chocolate Bar: 65

Rapunzel Nirwana Noir Praliné: 100

Veganz Coconut Choc Original: 80

iChoc Choco Cookie: 80

nucao Almond Seasalt: 40

Tonys Chocolonely Meersalz Mandel: 180

Vantastic Schakalode Hazelnut: 40

Lindt Excellence Mild 70% Cacao: 100

Frankonia Chocolat Dunkle vegan: 100

Birkengold Edelbitter zuckerfrei: 100

Makri Dattel Schokolade dunkel: 85

björnsted feine Bitter Orange: 100

Lovechock Süße Kakaonibs & Meersalz: 70

Easis dunkle Schokolade: 85

Hachez Cocoa Premier Cru: 100

Jeden Tag Zartbitter Schokolade: 100

Chokay Almond Seasalt: 100

Hands Off My Chocolate Seriously Dark: 100

 

Siegel:

Ritter Sport KakaoKlasse 74%: Rainforest Alliance, UTZ Certified Cocoa

Gepa Grand Noir Cacao Nibs 70%: Gepa fair+, EU-Bio-Siegel, Naturland-Siegel

Zotter Labooko Peru 100%:  EU-Bio-Siegel

Vego Whole Hazelnut Chocolate Bar: Fairtrade Siegel, EU-Bio-Siegel, deutsches Bio-Siegel

Rapunzel Nirwana Noir Praliné: Hand-in-Hand-Siegel, EU-Bio-Siegel, Rapunzel-Vegan-Siegel

Veganz Coconut Choc Original: EU-Bio-Siegel, Deutsches Bio-Siegel, Eaternity

iChoc Choco Cookie: EU-Bio-Siegel, Plastic Free Certification Mark, FSC-zertifizierte Verpackung

nucao Almond Seasalt: Plastic Free Certification, V-Label, EU-Bio-Siegel

Tonys Chocolonely Meersalz Mandel: Fairtrade Siegel

Vantastic Schakalode Hazelnut: Deutsches Bio-Siegel, EU-Bio-Siegel,  Veganblume

Lindt Excellence Mild 70% Cacao: Lindt Farming Program

Frankonia Chocolat Dunkle vegan: Deutsches Bio-Siegel, EU-Bio-SIegel, V-Label, FSC-zertifizierte Verpackung, UTZ

Birkengold Edelbitter zuckerfrei: Fairtrade-Siegel, V-Label

Makri Dattel Schokolade dunkel: Deutsches Bio-Siegel, EU-Bio-Siegel, V-Label

björnsted feine Bitter Orange: EU-Bio-Siegel, Plastic Free Certification Mark

Lovechock Süße Kakaonibs & Meersalz: Veganblume, Plastic Free Certification Mark, EU-Bio-Siegel, PEFC-Verpackung, Palm Oil Free, TÜV Austria (4 Sterne)

Easis dunkle Schokolade: Cocoa-Horizons (Callebaut)

Hachez Cocoa Premier Cru: Keines

Jeden Tag Zartbitter Schokolade: UTZ Certified Cocoa

Chokay Almond Seasalt: UTZ Certified Cocoa

Hands Off My Chocolate Seriously Dark: Cocoa Horizons (Callebaut)

Kakaogehalt:

Ritter Sport KakaoKlasse 74%: 74%

Gepa Grand Noir Cacao Nibs 70%: 70%

Zotter Labooko Peru 100%: 100%

Vego Whole Hazelnut Chocolate Bar: 31%

Rapunzel Nirwana Noir Praliné: 60% in der Schokolade 

Veganz Coconut Choc Original: 48% in der Schokolade 

iChoc Choco Cookie: 40% in der Schokolade

nucao Almond Seasalt: 70%

Tonys Chocolonely Meersalz Mandel: 51%

Vantastic Schakalode Hazelnut: 11,5% 

Lindt Excellence Mild 70% Cacao: 70%

Frankonia Chocolat Dunkle vegan: 52%

Birkengold Edelbitter zuckerfrei: 85%

Makri Dattel Schokolade dunkel: 72%

björnsted feine Bitter Orange: 70%

Lovechock Süße Kakaonibs & Meersalz: 85 %

Easis dunkle Schokolade: 60%

Hachez Cocoa Premier Cru: 88 %

Jeden Tag Zartbitter Schokolade: 50%

Chokay Almond Seasalt: 74%

Hands Off My Chocolate Seriously Dark: 85%

Herkunft des Kakaos:

Ritter Sport KakaoKlasse 74%: Peru

Gepa Grand Noir Cacao Nibs 70%: Dominikanische Republik / São Tomé

Zotter Labooko Peru 100%: Peru

Vego Whole Hazelnut Chocolate Bar: Italien

Rapunzel Nirwana Noir Praliné: Verschiedene Initiativen

Veganz Coconut Choc Original: n/a

iChoc Choco Cookie: Dominikanische Republik

nucao Almond Seasalt: Huánuco (Peru)

Tonys Chocolonely Meersalz Mandel: Westafrika

Vantastic Schakalode Hazelnut: n/a

Lindt Excellence Mild 70% Cacao: n/a

Frankonia Chocolat Dunkle vegan: n/a

Birkengold Edelbitter zuckerfrei: Ecuador oder Elfenbeinküste

Makri Dattel Schokolade dunkel: Dominikanische Republik

björnsted feine Bitter Orange: Südamerika

Lovechock Süße Kakaonibs & Meersalz: Ecuador

Easis dunkle Schokolade: n/a

Hachez Cocoa Premier Cru: n/a

Jeden Tag Zartbitter Schokolade: n/a

Chokay Almond Seasalt: n/a

Hands Off My Chocolate Seriously Dark: Ghana, Elfenbeinküste

Preis:

Ritter Sport KakaoKlasse 74%: 1,39€

Gepa Grand Noir Cacao Nibs 70%: 2,29€

Zotter Labooko Peru 100%: 4,65€

Vego Whole Hazelnut Chocolate Bar: 2,29€

Rapunzel Nirwana Noir Praliné: 2,29€

Veganz Coconut Choc Original: 2,59€

iChoc Choco Cookie: 1,95€

nucao Almond Seasalt: 1,95€

Tonys Chocolonely Meersalz Mandel: 2,99€

Vantastic Schakalode Hazelnut: 1,49€

Lindt Excellence Mild 70% Cacao: 2,29€

Frankonia Chocolat Dunkle vegan: 1,99€

Birkengold Edelbitter zuckerfrei: 3,29€

Makri Dattel Schokolade dunkel: 3,99€

björnsted feine Bitter Orange: 1,29€

Lovechock Süße Kakaonibs & Meersalz: 3,45€

Easis dunkle Schokolade: 3,80€

Hachez Cocoa Premier Cru: 2,49€

Jeden Tag Zartbitter Schokolade: 0,49€

Chokay Almond Seasalt: 3,15€

Hands Off My Chocolate Seriously Dark: 2,99€

Verfügbarkeit: 

Ritter Sport KakaoKlasse 74%: Hier checken*

Gepa Grand Noir Cacao Nibs 70%: Hier checken*

Zotter Labooko Peru 100%: Hier checken*

Vego Whole Hazelnut Chocolate Bar: Hier checken*

Rapunzel Nirwana Noir Praliné: Hier checken*

Veganz Coconut Choc Original: Hier checken*

iChoc Choco Cookie: Hier checken*

nucao Almond Seasalt: Hier checken*

Tonys Chocolonely Meersalz Mandel: Hier checken*

Vantastic Schakalode Hazelnut: Nicht online verfügbar

Lindt Excellence Mild 70% Cacao: Hier checken*

Frankonia Chocolat Dunkle vegan: Hier checken*

Birkengold Edelbitter zuckerfrei: Hier checken*

Makri Dattel Schokolade dunkel: Hier checken*

björnsted feine Bitter Orange: Hier checken*

Lovechock Süße Kakaonibs & Meersalz: Hier checken*

Easis dunkle Schokolade: Hier checken*

Hachez Cocoa Premier Cru: Hier checken*

Jeden Tag Zartbitter Schokolade: Hier checken*

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3. Die Schokoladen im Detail

3.1 Ritter Sport KakaoKlasse 74%

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Die erste vegane Schokolade im Test kommt aus dem Hause Ritter Sport. Die Marke ist bekannt und etabliert im Süßigkeitenregal und nimmt einen prominenten Platz neben Herstellern wie Lindt oder Milka ein. Sie kommt in einer hübschen, orange-blauen Verpackung in der gewohnt quadratischen Form, die ein Wiedererkennungsmerkmal für die Firma darstellt. Die Verpackung ist eher minimalistisch, auf der Vorderseite sieht man eine abgedruckte Kakaobohne. Ob das Produkt geschmacklich überzeugt und ob die Kakaobohnen aus fairem Anbau stammen, wird sich im Folgenden zeigen!

Erster Eindruck

Die Schokolade macht mit ihrer minimalistischen Verpackung einen guten ersten Eindruck. Dem Verbraucher wird damit indirekt suggeriert, dass unnötigen Zusatzstoffe in dieser Schokolade nichts verloren haben. Beim Blick auf die Rückseite des Produkts sieht man das Rainforest Alliance-Logo und es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, der Kakao stamme aus diesen oder aus UTZ-zertifizierten Quellen. Das fällt eher positiv auf. Allerdings handelt es sich bei UTZ nicht um ein besonders aussagekräftiges und starkes Siegel. Viele tausende Produkte können mittlerweile mit dieser Zertifizierung aufwarten. Mehr dazu aber später.

Geschmack

Beim Öffnen der Verpackung macht sich direkt ein intensiver Kakaogeruch breit. Die Schokolade sieht, wie der 74% Kakaoanteil vermuten lässt, entsprechend dunkel aus. Die Schokolade schmeckt erstaunlich wenig herb oder bitter und kann mit einem intensiven Kakaogeschmack punkten. Sie ist sehr zart und schmilzt im Mund. Sie überzeugt also mit einem satten Kakaogeruch und -geschmack und zergeht zartschmelzend auf der Zunge. Hin und wieder hat man das Gefühl, auf minimal kleine Kakaostückchen zu beißen: Das gibt dem Konsumenten noch einmal einen naturbelasseneres und industriell unverändertes Gefühl beim Konsum.

Fairness

Laut Hersteller stammt der für die Schokolade genutzte Kakao aus Peru. Auf der Schokoladenverpackung selbst wirbt der Hersteller damit, der Kakao für das Produkt stamme aus UTZ- und/oder Rainforest Alliance-zertifizierten Quellen. Beide Siegel setzen lediglich minimale Nachhaltigkeitsstandards. UTZ und Rainforest Alliance wird vorgeworfen, dass sie ihre Standards lediglich lax kontrollieren und der ökonomische Faktor für sie im Vordergrund stehe.
Die von Ritter Sport verwendeten Siegel sind also nice to have, inwiefern tatsächlich fairer Handel betrieben, der Regenwald geschont und peruanische Kakaobauern angemessen entlohnt wird, lässt sich nicht im Detail nachprüfen. Der Mangel eines Fairtrade-Siegels oder einer anderen, strengen Zertifizierung macht mich in Hinblick auf das Produkts also sehr skeptisch und gibt mir als Konsumenten kein besonders gutes Gefühl.

Preis-Leistung

Die Schokolade kann im Supermarkt für 1,39 € bezogen werden. Sie ist somit deutlich günstiger als vegane Produkte anderer Hersteller, die fairen Handel versprechen. Das ist schon einmal ein interessantes Indiz und macht mich noch skeptischer. Geschmacklich bekommt man für den Preis eine äußerst leckere Schokolade, die für meinen Geschmack weder zu süß noch zu herb ist, genau richtig eben. Anhand des tendenziell niedrigen Preises und der Siegel, welche nicht transparent nachvollziehbar machen, inwiefern die Schokolade fair produziert wird, entsteht der Eindruck, die Schokolade dürfte durchaus etwas teurer sein: Ich würde es als Konsument begrüßen, wenn – beispielsweise anhand eines QR-Codes – klar ersichtlich wird, wo und unter welchen Bedingungen das Produkt hergestellt wurde.

Inhaltsstoffe der Schokolade

Bei den Inhaltsstoffen kann Ritter Sport punkten: Die Schokolade enthält lediglich drei Inhaltsstoffe. Gängige Alternativprodukte mit einem Kakaoanteil von um die 70% haben gerne auch einmal drei oder vier Zutaten. In dieser Ritter Sport-Tafel kommen lediglich Kakaomasse, Zucker und Kakaobutter zur Anwendung. Ritter Sport hat diese Sparsamkeit an Zutaten als Stärke erkannt und wirbt damit auf der Rückseite der Verpackung. Die drei Zutaten werden in einer kleinen Liste untereinander aufgeführt und heben somit noch einmal geschickt hervor, dass lediglich 3 Inhaltsstoffe für die Produktion genutzt werden.

3.2 Gepa Grand Noir Cacao Nibs 70%

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Das Produkt der Fairtrade-Company Gepa kommt in einer Papierverpackung, was aus Umweltgesichtspunkten schon einmal positiv hervorgehoben werden muss: Mit goldener Schrift, einer Kakaobohne auf der Vorderseite und einer ganzen Reihe an Siegeln macht die Schokolade einen sehr edlen Eindruck. Sie enthält 70% Kakao und damit ein Quäntchen weniger als der Vorgänger im Test, die Ritter Sport-Schokolade. Wollen wir uns jetzt mal genauer ansehen, wie das Produkt im Test abschneidet!

Erster Eindruck

Die Schokolade wirkt, wie eben bereits angeklungen ist, sehr edel. Die Papierverpackung ist mit dem Gepa fair+ Siegel, dem Naturland-Siegel sowie Öko-Siegel. Auf dem Produkt ist vermerkt, dass der Kakao im Produkt aus den Gepa-Initiativen COOPROAGRO (Dominikanische Republik) sowie CECAQ-11 (São Tomé) stammt, welche fairen Kakaoanbau vor Ort fördern. Direkt bekommt der Konsument einen transparenten Eindruck und kann beispielsweise online schon nach kurzer Suche mehr über die Herstellungsbedingungen erfahren. Die vegane Schokolade hinterlässt also direkt einen sehr positiven Eindruck!

Geschmack

Die Schokolade, die unter der Papierverpackung dann doch in Plastik gehüllt wurde, präsentiert sich in einem dezenten Kakaogeruch. Sie ist noch einmal deutlich weicher als das Ritter Sport-Produkt und zerläuft förmlich im Mund. Die Schokolade enthält Kakaonibs, welche für ein stärkeres Kakaoaroma sorgen und das Produkt etwas bissiger machen. Auch diese Schokolade ist weder zu herb, noch zu süß: Sie schmeckt angenehm vollmundig nach Kakao. Ich bin sehr zufrieden

Fairness

Neben dem Geschmack liegt hier vermutlich der große Vorteil der Gepa-Schokolade: Sie ist sehr fair hergestellt, es scheint besonderer Wert auf Transparenz gelegt zu werden!
Das Siegel Gepa fair+ geht über Mindeststandards der fairen und nachhaltigen Herstellung des Produkts hinaus. Das Siegel verspricht beispielsweise faire Bezahlung der Hersteller, langfristige Vertragsbeziehungen, Rücksicht auf die Natur oder die Unterstützung humanitärer Projekte und kann dies auch online glaubhaft für den Konsumenten untermauern. Der Kakao aus der veganen Schokolade stammt aus dem afrikanischen São Tomé und aus der Karibik, genauer gesagt der Dominikanischen Republik. Man findet auf dem Produkt außerdem das Öko-Siegel der EU, welches Öko-Landbau verspricht. Das strengere Naturland-Siegel, das höhere Standards als das EU-Label abverlangt, findet sich ebenfalls auf dem Produkt.

Preis-Leistung

Hinsichtlich dem Preis-Leistungs-Verhältnis kann sich die Gepa-Schokolade trotz ihres höheren Preises sehen lassen: Man zahlt mit knapp 2,30 € zwar deutlich mehr, als für eine dunkle Discounterschokolade, bekommt dafür allerdings ein tatsächlich nachprüfbar fair gehandeltes Produkt. Mit dem etwas tieferen Griff in die Geldbörse bekommt man nicht nur eine sehr leckere Schokolade sondern kauft auch noch ein gutes Gewissen beim Konsum mit.

Inhaltsstoffe der Schokolade

Alle Zutaten des Produkts kommen aus fairem Handel sowie aus kontrolliert biologischem Anbau, was durch das Naturland-Siegel garantiert wird. Das wird auf der Rückseite der Schokolade auch zurecht mit Sternchen und Kringeln hervorgehoben. Die Gepa-Schokolade enthält fünf Inhaltsstoffe: Hier kommen ebenfalls wieder Kakaomasse, Zucker und Kakaobutter zum Einsatz. Zusätzlich finden sich hier Kakaopulver und Kakosplitter / Kakaonibs. Wie oben bereits dargelegt wurde, stammen alle fünf Zutaten aus fairem Anbau, was die Inhaltsstoffe der Schokolade im Vergleich zu anderen veganen Schokoladen auf dem Markt sehr hochwertig macht.

3.3 Zotter Labooko Peru 100%

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Die Schokolade des österreichischen Herstellers Zotter enthält satte 100% Kakao. Sie überzeugt mit einer netten Aufmachung, die Schokolade lässt sich, nach dem Öffnen eines seitlich angebrachten Klebestreifens, aufklappen und man wird auf eine kleine Kennenlern-Reise mit dem Produkt geschickt. Auf der Rückseite des Produkts wird erneut das EU-Bio-Siegel sichtbar, das wir bereits vom Vorgängerprodukt kennen.

Erster Eindruck

Da die Schokolade aufklappbar ist, unterscheidet sie sich in der Aufmachung deutlich von der Konkurrenz und bietet viel Raum für die Präsentation des Produkts für den Kunden, was das Produkt ungeöffnet gar nicht erahnen lassen würde. Man merkt direkt, dass es sich um ein hochpreisiges und vermutlich auch qualitativ hochwertiges Produkt handelt: Auf der Vorderseite sieht man beispielsweise ein gemaltes Bild einer jungen Frau. Eine kleine, in die Innenseite eingelegte Karte fordert den Käufer dazu auf, die Schokolade nicht einfach zu essen, sondern als Feinschmecker zu genießen. Der ausführliche Text auf der Innenseite der Schokolade weckt den Eindruck von Transparenz und sorgt direkt für eine höhere Bindung des Konsumenten zum Produkt!

Geschmack

Auf der Innenseite des Produkts macht der Hersteller schon Angaben über die Duft- und Geschmacksaromen des Produkts. Riechen soll die Schokolade beispielsweise nach roten Beeren, Trauben und gerösteten Nüssen. Schmecken soll sie angenehm bitter mit intensiven Röstaromen. Beim Öffnen der Schokolade macht sich ein sehr herber Geruch breit: Sie riecht nicht intensiv, die Röstaromen können beim Riechtest aber bereits bestätigt werden. Beim Biss in die optisch sehr schöne Schokolade wird sofort erkennbar, dass es sich um ein Produkt mit 100% Kakaoanteil handelt: Die Schokolade ist enorm herb, dabei allerdings nur ein wenig bitter. Sie hat ein enorm stark ausgeprägtes, fruchtiges Aroma und erinnert im Geschmack tatsächlich an Trauben oder einen vollmundigen Wein. Süße sucht man bei der Schokolade natürlich vergebens, das sei gesagt.

Fairness

Das Produkt wirbt bereits auf der Vorderseite damit, fair zu sein. Außerdem fällt hier der Begriff „Bean to Bar“. Im Inneren der Schokolade wird ausdrücklich erklärt, was damit gemeint ist: Bean to Bar bedeutet, dass die Schokolade von der Kakaobohne bis zur fertigen Tafel aus einer Hand produziert wird: Zusammen mit den Kakaobauern begleitet der Hersteller Zotter den Herstellungsprozess bis hin zur fertigen Tafel.
Die Schokolade stammt, wie schon eines der Vorgängerprodukte, aus Peru. Anders als dieses Produkt gibt Zotter aber transparent an, dass deren Kakao von „Cacao de Aroma“ stammt. Bei einer Online-Recherche kann man bei Interesse mehr über diese peruanischen Kakaobauern erfahren. Zudem serviert der Hersteller auf der Innenseite des Produkts eine nette Geschichte über die peruanisch-österreichische Zusammenarbeit mit Cacao de Aroma. Ein vollkommen glaubhaft faires und transparentes unternehmerisches Handeln also!

Preis-Leistung

Die Schokolade kommt mit 3,70 € für 65 Gramm im Supermarkt sehr teuer zu stehen. Dafür bekommt man allerdings, genauso wie bei der Gepa-Schokolade, ein fair gehandeltes Produkt, das man mit gutem Gewissen genießen kann. Dafür, dass die peruanischen Kakaobauern eine faire Entlohnung erhalten und gute Arbeitsbedingungen erfahren, kann man also gelegentlich auch mal tiefer in die Geldbörse greifen und sich diese besondere vegane Schokolade gönnen!

Inhaltsstoffe der Schokolade

Die Zotter Schokolade besteht aufgrund des hundertprozentigen Kakaoanteils natürlich nur aus einem Inhaltsstoff: Kakaomasse. Diese wird, wie bereits oben ausgeführt, nachhaltig gewonnen, was die vegane Schokolade zu einem Produkt macht, das man guten Gewissens genießen kann. Dass die Schokolade ausschließlich aus Kakao besteht, wird beispielsweise beim Blick auf den Zuckergehalt klar: Das Produkt beinhaltet lediglich 0,6 Gramm Zucker pro 100 Gramm!

3.4 Vego Whole Hazelnut Chocolate Bar

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Bei Vego handelt es sich um ein Berliner Unternehmen. Den Schokoladenhersteller gibt es seit 2010 und er kann online mit vielen Auszeichnungen glänzen. Der Firmengründer hat die Schokolade nach eigener Angabe in seiner Wahlheimat Italien zusammen mit italienischen Chocaolatiers entwickelt, wobei das Produkt schnell Anklang gefunden hat und heute in Biomärkten und Reformhäusern erhältlich ist. Wie sich das italienische Produkt so im Test macht, werden wir uns jetzt genauer ansehen!

Erster Eindruck

Äußerlich macht das Produkt einen guten ersten Eindruck: Man sieht in Schokolade eingegossene Haselnüsse, dazu den bunten Markennamen silbern umrandet auf weißem Grund. Direkt auf der Vorderseite entdeckt man das EU-Bio-Siegel und – was noch wichtiger ist – das Fairtrade Siegel. Auf der Rückseite kommt auch noch das deutsche Bio-Siegel zum Einsatz. Dann noch einmal der Hinweis, dass das Produkt vegan und glutenfrei ist. Schokolade ist eigentlich von Haus aus glutenfrei, es sei denn, es kommt Keks oder ähnliches zur Anwendung. Auf der linken Rückseite sieht man die gewohnte Nährwerttabelle und die Inhaltsstoffe der veganen Schokolade, soweit also nichts Besonderes. Positiv in Erinnerung bleiben die Siegel, allen voran das Fairtrade-Siegel und der Hinweis auf der Seite des Produkts, dass dafür kein Palmöl verwendet wurde.

Geschmack

Beim Öffnen duftet die Schokolade direkt stark nach Haselnüssen und Kakao, man bekommt direkt Lust hineinzubeißen. Vollständig geöffnet weist die Schokolade eine matte Oberfläche auf, man sieht die ganzen Haselnüsse auf der Unterseite des Riegels, die verarbeitet wurden. Die Schokolade ist in sehr große Stückchen gegossen, die sich sehr leicht auseinanderbrechen lassen. Die Schokolade ist sehr weich im Biss und kann auch gut gelutscht werden. Sie ist wesentlich weicher als die Vorgängerprodukte. Der Hersteller bezeichnet den im Produkt verwendeten Inhaltsstoffe „Gianduja Schokolade“. Gianduja Schokolade kommt aus dem Italienischen, genauer gesagt aus Turin und ist in Konsistenz und Geschmack nahezu identisch mit Nougat. Die weiche Schokolade schmeckt dabei intensiv nach Kakao und ist relativ süß, was natürlich am Kakaogehalt von 31% liegt. Der Geschmack ist gut vergleichbar mit Nougatgeschmack und unterscheidet sich kaum von „unveganen“ Nougat-Alternativen.

Fairness

Wie bereits oben beschrieben, trägt die Schokolade drei Siegel: Das EU-Bio-Siegel, das deutsche Bio-Siegel und das Fairtrade-Siegel. Die beiden erstgenannten Siegel sollen hier einmal vernachlässigt werden: Wir haben weiter oben bereits gelernt, dass das EU-Bio-Siegel nur geringe Maßstäbe setzt. Das deutsche Bio-Siegel wurde bereits 2010 vom EU-Siegel abgelöst: Es wird nur noch aufgrund seines Bekanntheitsgrades verwendet. Konzentrieren wir uns also auf das Fairtrade-Siegel: Es steht synonym für fairen Handel und legt Wert auf soziale, ökonomische und ökologische Aspekte. Alle Inhaltsstoffe der Vego-Schokolade sind demnach klar rückverfolgbar, was für Transparenz spricht. Bei der Herstellung wird auf Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen geachtet, also beispielsweise Kinderarbeit streng abgelehnt. Die Kakaobauern werden für ihre Produkte zudem fair bezahlt. Der Anbau erfolgt umweltschonend, Ressourcen werden geschützt. Das Fairtrade-Siegel schreibt also strenge Regeln im Hinblick auf Fairness vor, die Vego mit der Schokolade einhält.

Preis-Leistung

Die Schokolade schlägt mit 2,29€ pro 65 Gramm zu Buche, einem Preis eher im oberen Bereich. Durch das Fairtrade-Siegel kann sich der Konsument allerdings auch hier sicher sein, ein fair gehandeltes Produkt zu erhalten, was Mehrkosten rechtfertigen sollte. Vor allem in Hinblick darauf, dass sie Schokolade enorm lecker ist, kann man sie sich schon gelegentlich einmal gönnen!

Inhaltsstoffe der Schokolade

Die vegane Schokolade besteht zuerst einmal aus Rohrzucker. Der im Vergleich zu den anderen getesteten Schokoladen natürlich höhere Zuckeranteil liegt bei 39 Gramm pro 100 Gramm. Hier handelt es sich ja nicht um dunkle Schokolade sondern um ein Produkt aus Gianduja, also mit Nougatgeschmack. Die Schokolade enthält 20% ganze Haselnüsse. Es ist super, dass hier keine Stückchen, sondern ganze Nüsse eingesetzt werden. Die Schokolade enthält außerdem Kakaomasse und Haselnusspaste, wobei angegeben wird, dass mindestens 31% Kakao zum Einsatz kommen. Kakaobutter, Sonnenblumenlecithin (Hilft beim Binden von Wasser und Öl) sowie Vanilleextrakt runden die Liste ab. Es kommt, wie bereits erwähnt, kein Palmöl zum Einsatz, was lobenswert ist. Es wird betont, dass alle Inhaltsstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau stammen.

3.5 Rapunzel Nirwana Noir Praliné

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Die Marke Rapunzel ist ein bekannter Name in Reformhäusern und Biomärkten und steht für nachhaltige, umweltverträgliche Produkte hoher Qualität. Der Hersteller hat tatsächlich die erste Bio-Schokolade überhaupt auf den Markt gebracht! Das Unternehmen produziert neben Schokolade Lebensmittel verschiedenster Bereiche: Das Unternehmen übernimmt Verantwortung für die komplette Entstehungkette ihrer Lebensmittel. Ein Artikel der Produktpalette ist auch die vegane Schokolade Nirwana Noir mit Pralinéfüllung.

Erster Eindruck

Die Schokolade wirkt äußerlich sehr hochwertig: Sie ist in einer plastikbeschichteten Papphülle verpackt, die aus nachwachsenden Rohstoffen, sprich Holzfasern, besteht. Super ist, dass auch die Plastikfolie, in die die Schokolade selbst verpackt wurde, aus Holzfasern gefertigt und folglich auch biologisch abbaubar ist! Darauf wird vor allem nach dem Öffnen der Pappverpackung noch einmal ausdrücklich hingewiesen. Auf der Vorderseite der dunklen Pappverpackung sieht man neben dem Rapunzel-Logo ein kleines Fenster mit einer hübschen Zeichnung. Im Hintergrund der Verpackung sind abstrahierte Skizzen von Kakaobohnen zu sehen. Auf der Vorderseite und Rückseite wird der Verbraucher darauf hingewiesen, dass es sich um ein schonend und fair produziertes Produkt handelt: Darauf weisen das EU-Bio-Siegel, noch wichtiger aber das hauseigene Hand-in-Hand-Siegel von Rapunzel hin.

Geschmack

Beim Öffnen der Schokolade fällt geruchlich nichts Besonderes auf. Die Schoki riecht leicht herb, aber nicht intensiv. Im Biss ist sie sehr weich, was auch an ihrem Pralinenkern liegt. Sie zerläuft förmlich im Mund und ist dabei angenehm süß. Der Pralinéanteil ähnelt im Geschmack gewöhnlichem Nougat. Sie ist natürlich süßer und weniger herb als einige der vorangegangenen Schokoladen: Es handelt sich hier ja nicht um ein Zartbitterprodukt mit enorm hohen Kakaoanteil sondern eher um eine süße Schokolade.

Fairness

Wie bereits geschildert, trägt die Schokolade das EU-Bio-Siegel, das aber bekanntlich wenig strenge Herstellungsbedingungen für die Produzenten vorgibt. Konzentrieren wir uns deshalb auf das eigens von Rapunzel erstellte Hand-in-Hand Siegel. Fair Trade begreift Rapunzel als fair gegenüber der Natur und fair gegenüber dem Menschen. Rapunzel ist ein wahrer Vorreiter fairen Handels: Bereits in den 1990er Jahren hat das Unternehmen das firmeneigene Siegel und die damit verbundenen Standards entworfen. Im Detail schreibt das Hand-in-Hand-Siegel sehr viele Kriterien vor und stellt viele Anforderungen: Das Dokument mit allen Anforderungen ist 67 Seiten lang und lässt sich ganz einfach online abrufen, sehr transparent also. Einige Eckpunkte sind beispielsweise faire Bezahlung, regelmäßige Kontrollen, politische Unabhängigkeit, um Bestechlichkeit vorzubeugen oder auch das Verbot von Brandrodungen. Bei Hand-in Hand handelt es sich um ein Siegel mit drei Ansätzen, man will Nachhaltigkeit auf ökonomischer, auf ökologischer und auf sozialer Ebene erzielen. Es handelt sich also um ein Siegel das hohe Ansprüche an die Träger stellt.

Preis-Leistung

Eine Tafel der Rapunzel-Schokolade kostet im Markt 2,29€. Dafür bekommt man eine sehr leckere und zartschmelzende Schokolade, die eine Wertschöpfungskette aufweist, in der die Kakaobauern fair entlohnt werden. Auch geschmacklich überzeugt die Schokolade. Man kann diese also guten Gewissens kaufen und genießen. Die Leistung, die man für diesen Preis erhält, ist super.

Inhaltsstoffe der Schokolade

Die vegane Rapunzel-Schokolade hat einen Kakaoanteil von etwa 30 Prozent und besteht halb aus Schokolade, halb aus veganer Pralinencremefüllung. Bei dem Zucker in der Schokolade handelt es sich um Rohrzucker. Er macht etwa 43 Gramm pro 100 Gramm aus. Kakaomasse, Kakaopulver und Kakaobutter der Schokolade stammen aus ökologischem Landbau. Die Schokolade enthält außerdem 20% Haselnüsse und Bourbon Vanille. Der Ursprung der Hauptzutaten ist online nicht klar ersichtlich und wird angegeben mit „diverse Länder“. Da alle Bezugsquellen von Rapunzel aber am Hand-in-Hand-Programm teilnehmen, muss man sich diesbezüglich keine Sorgen machen!

3.6 Veganz Coconut Choc Original

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Die Marke Veganz aus Berlin ist ein wahrer Tausendsassa im Bereich der veganen Lebensmittel: Der Hersteller bietet enorm viele vegane Lebensmittel an, von Keksen über Proteinriegel über Matcha-Pulver bis hin zur Schokolade. Dabei genießt sie in meinem Freundeskreis einen sehr guten Ruf, die Produkte schmecken. Heute steht die Coconut Choc Schokolade der Marke im Test.

Erster Eindruck

Auf der Vorderseite der Schokolade ist eine aufgeschnittene Kakaobohne auf blauem Hintergrund zu sehen. In der Schokolade kommt Kokosmilchpulver zum Einsatz, deshalb also auch die für Kokos charakteristische, hellblaue Farbe. Direkt auf der Front der Schokolade sieht man außerdem bereits ein Bio-Siegel, wie es auch auf der Rückseite zu finden ist. Auf der Rückseite der Verpackung springt nichts Ungewöhnliches ins Auge: Man sieht die Inhaltsstoffe und die Nährwerttabelle, wie üblich. Man wird außerdem darauf hingewiesen, dass die Kokosschokolade in der Schweiz hergestellt wurde, was als Qualitätsmerkmal positive Eindrücke beim Käufer hervorrufen soll. Auch an dieser Schokoladenverpackung fällt positiv auf, dass sie aus Papier gefertigt wurde, also im Sinne der Umwelt, da auf Plastik verzichtet wurde.

Geschmack

Die Innenseite der Schokolade ist dann doch, wie schon zu erwarten war, in Plastik gehüllt. Etwas ungewöhnlich, dies bei einer Schokolade hervorzuheben aber dieses Produkt bislang eines der wenigen im Test, dass in der charakteristischen Rippenform daherkommt. Sonst waren Schokoladen häufig mit besonderen Mustern und Formen bedruckt.
Im Geruch ist die Schokolade erst einmal nicht außergewöhnlich süß, was an dem Kokosanteil liegt. Sie riecht lediglich dezent nach Kokos. Im Biss ist sie sehr zartschmelzend und den Kokosgeschmack kann man deutlich herausschmecken. Tatsächlich erinnert die Schokolade im Geschmack etwas an Vollmilchschokolade, allerdings schmeckt sie nicht so vollmundig und kräftig wie das Milchprodukt, was ich aber nicht negativ sondern als ganz natürlich empfinde. Aufgrund der Nutzung von Kokosmilchpulver anstatt tierischem Magermilchpulver schmeckt die Schokolade leicht säuerlich und nicht so fettig. Die Kokosnote des Produkts ist sehr fein und schmackhaft.

Fairness

Dafür lässt sich hier erstmals auf der Webseite des Herstellers der eaternity Score heranziehen. Bei eaternity handelt es sich um ein Schweizer Umweltunternehmen. Der von ihnen entwickelte Score bewertet das Produkt nicht nur mithilfe einer dreistufigen Skala, er gibt Verbrauchern auch genaue Werte wie den CO2-Verbrauch oder die Wassermenge, die für die Herstellung des Produkts aufgewendet werden muss. Produkte können auf einer dreistufigen Skala in vier Kriterien bewertet werden. Die Veganz-Schokolade schneidet mit 3 von 3 Punkten bestmöglich in den drei Kategorien CO2-Fußabdruck, Tierschutz und Schutz des Regenwalds ab. Demnach wird für die Herstellung der Schokolade mit 124 Gramm pro Tafel sehr wenig CO2 verbraucht. Sie schützt Tiere, da sie vegan hergestellt wurde. Außerdem wird für die verwendeten Kakaobohnen kein Regenwald gerodet. Veganz weist darauf hin, dass kein Palmöl für die Schokolade verwendet wird, also kein Regenwald abgerodet werden muss. Lediglich hinsichtlich des Wasserverbrauchs schneidet die Schokolade weniger gut ab. Das ist aufgrund des Einsatzes der im Anbau wasserintensiven Kakaobohnen allerdings bei jeder Schokolade der Fall. Hinsichtlich des eaternity Scores schneidet die Schokolade also der Umwelt gegenüber sehr fair ab.
Inwieweit soziale Standards wie eine faire Entlohnung eingehalten werden, ist nicht eindeutig geklärt. Allerdings geht der Hersteller proaktiv auf diesen Ansatz ein und erklärt, dass die Schokolade sehr wasserintensiv im Anbau ist. Es bestehe durchaus Interesse daran, Lösungen zu finden, wie in den Ursprungsländern der Schokolade mehr Hilfe für eine Senkung des Wasserverbrauchs geleistet werden könnte.

Preis-Leistung

Die Schokolade ist im Handel für 2,59 € erhältlich. Mit einem Gewicht von 80 Gramm pro Tafel ist dies ein stolzer Preis. Angesichts des positiv ausfallenden Eaternity Scores, der der Schokolade bis auf den Wasserverbrauch Umweltfreundlichkeit attestiert, rechtfertigt diesen Preis allerdings. Wenn viel Wert auf ein umweltfreundlich und nachhaltig hergestelltes Produkt gelegt wird, fährst du mit dieser Schokolade richtig.

Inhaltsstoffe der Schokolade

Hier haben wir erstmals ein Substitut einer Vollmilchschokolade anstatt einer dunklen Schokolade, für die von Natur aus keine Milch eingesetzt werden muss und die deshalb relativ leicht vegan hergestellt werden kann. Die Hauptzutat der Schokolade ist Kokosblütenzucker, gefolgt von Kakaomasse. Es werden also keine künstlichen Süßungsmittel sondern natürlicher Kokoszucker eingesetzt. Die Schokolade enthält außerdem 15% Kokosraspeln, die mir beim Essen nicht direkt als Stückchen aufgefallen wären. Natürlich kommt auch Kakaobutter zum Einsatz. Die Schokolade enthält 5% Kokosmilchpulver, welches den Ersatz zu Magermilchpulver in gängigen Vollmilchschokoladen darstellt. Zuletzt enthält die Schokolade noch Vanille. Positiv fällt auf, dass die Liste der Zutaten relativ überschaubar ist und keine bösen Überraschungen oder nicht zuzuordnende Stoffe enthält. Außerdem stammen alle Zutaten der in der Schweiz hergestellten Schokolade aus kontrolliert biologischem Anbau. Die Schokolade enthält 38 Gramm Zucker pro 100 Gramm. Das macht pro Tafel einen Zuckergehalt von 30,4 Gramm. Das klingt auf den ersten Blick viel, es handelt sich hier aber, wie schon gesagt, nicht um eine dunkle Schokolade sondern um ein veganes Substitut zur Vollmilchschokolade, weshalb der Zuckergehalt in Ordnung geht.

3.7 iChoc Choco Cookie 

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Die iChoc Choco Cookie Schokolade ist online und auch in Drogerien erhältlich. Der Hersteller aus Herford bietet mehrere Sorten veganer Schokolade an, darunter auch die Variante mit Cookies. Neben dieser Schokolade gibt es also noch 5 weitere Sorten im regulären Sortiment. Wie die iChoc Schokolade im Test schmeckt, wie sie in den Gesichtspunkten Inhaltsstoffe und Fairness abschneidet, werden wir jetzt sehen.

Erster Eindruck

Die Schokolade ist äußerlich ebenfalls in eine Pappschachtel gehüllt, was schon einmal positiv auffällt. Die Vorderseite der Schokolade wirkt sehr natürlich, sie ist in den Farben braun und blau gehalten. Neben einem Bild der Schokolade selbst sieht man hier auf der rechts unten bereits den Hinweis, dass die Verpackung komplett plastikfrei ist! Die Rückseite der Verpackung ist etwas unübersichtlich gestaltet, man kann sich hier vor allem in die Liste der Inhaltsstoffe in verschiedenen Sprachen einlesen, welche etwa drei Viertel der Verpackung einnimmt. Neben der Nährwerttabelle sehen wir einige weitere interessante Hinweise: Nicht nur ist die Verpackung plastikfrei, das Papier ist auch noch FSC-zertifiziert. Es wird mit einem Logo noch einmal darauf hingewiesen, dass die Schokolade vegan ist. Sie macht also einen nachhaltigen und positiven ersten Eindruck.

Geschmack

Beim Öffnen der Schokolade sieht man, dass sie noch einmal in ein kunststoffähnliches Verpackungsmaterial gehüllt ist, welches allerdings auch kompostierbar ist und komplett aus nachwachsenden Rohstoffen besteht – Respekt! Die Schokolade kommt, wie auch schon der Veganz-Vorgänger, in normaler Rippenform. Sie riecht nun erstmals im Test wie eine charakteristische Vollmilchschokolade, wirklich milchig und vollmundig. Man möchte anhand des Geruchs gar nicht wahrhaben, dass es sich hier um ein komplett veganes Produkt handelt!
Im Biss ist die Schokolade relativ fest, man merkt, dass die Kekse tatsächlich einen relativ großen Bestandteil ausmachen. Sie ist dementsprechend natürlich knusprig. Im Geschmack ist die Schokolade sehr süß und unterscheidet sich wenig von einer normalen Vollmilchschokolade. Auch ein charakteristischer Geschmack eines Substituts wie der von Kokos in der Veganz Schokolade bleibt aus, sie schmeckt schlicht süß und schokoladig. Der Keksgeschmack tritt dabei eher in den Hintergrund. Die Schokolade ist nicht besonders feinschmelzend aber eine sehr leckere Alternative zu einer Vollmilchschokolade!

Fairness

Auf der Seite des Herstellers selbst habe ich zuerst nichts über die Herkunft des Kakaos in der Schokolade gefunden. Nach kurzer Online-Suche kann man allerdings lesen, dass dieser aus fairem Anbau aus der Dominikanischen Republik stammt. Dort wird laut Aussage des Herstellers Kakao von Kooperativen kleinerer Kakaobauern aufgekauft. Sollte dies tatsächlich so gehandhabt werden, ist dies ein sehr lobenswertes Vorgehen und die Schokolade wurde fair gehandelt. Leider lässt sich dies aber nicht genau nachprüfen, da die Schokolade beispielsweise nicht mit einem strengen Bio-Siegel versehen ist, anhand dessen ihr klar fairer Handel attestiert werden könnte. Stattdessen trägt sie lediglich das EU-Bio-Siegel, das nur geringe Anforderungen hinsichtlich Fairness und Umweltschutz an seine Träger stellt.

Preis-Leistung

Die Tafel iChoc-Schokolade ist im Laden für knapp 2€ erhältlich. Sie zählt damit zu den günstigeren Produkten in unserem Test. Geschmacklich hat sie mich persönlich überzeugt und hinsichtlich dieses Kriteriums stimmt die Leistung für diesen Preis auf jeden Fall. Leider kann aber, wie oben bereits beschrieben wurde, nicht klar und eindeutig nachgeprüft werden, woher der Hersteller seinen Kakao bezieht und ob die dominikanischen Kakaobauern fair entlohnt werden, unter welchen Bedingungen dort gearbeitet wird und so weiter. Der niedrigere Preis im Vergleich zu anderen veganen Schokoladen im Test ist also hinsichtlich des Geschmacks absolut in Ordnung, hinsichtlich der Fairness lässt sich kein belastbares Urteil bilden.

Inhaltsstoffe der Schokolade

Der Haupt-Inhaltsstoff der iChoc Schokolade ist Rohrzucker, gefolgt von Kakaobutter und Kakaomasse. Die Schokolade enthält außerdem 13% Reissiruppulver, der Ersatzstoff des klassischen Magermilchpulvers in der Milchschokolade. Dieses macht sich allerdings, im Gegensatz zum Kokosmilchpulver, nicht weiter geschmacklich bemerkbar. Der Kakaokeks-Anteil beträgt 12%, wobei die Inhaltsstoffe des Kekses noch einmal genauer aufgedröselt werden: Dieser besteht aus Weizenmehl, Kakaopulver, Rohrzucker, Kokosfett, Zuckerrübensirup und Meersalz. Die Liste der Inhaltsstoffe der Schokolade wird komplettiert von Haselnussmark und Vanilleextrakt. Alle diese Zutaten stammen laut Hersteller dabei aus biologischem Anbau. Positiv fällt auf, dass keine künstlichen Stoffe zur Anwendung kommen. Die Schokolade selbst enthält 40% Kakaoanteil und hat einen Zuckergehalt von knapp 34 Gramm pro Tafel.

3.8 nucao Almond Seasalt

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Die nucao Schokoladen sind online oder in vielen Drogerien in deiner Nähe erhältlich. Es gibt sie in vielen interessanten Sorten, einige davon sind realtiv unkonventionell, sodass man ein vergleichbares Produkt vergeblich suchen kann. Die nucao Riegel kommen von der nu-Company aus Leipzig, welche neben den Schokoriegeln auch noch vegane Proteinshakes und nuseed-Riegel herstellt, welche als Brainfood vermarktet werden und viele Samen, Nüsse und Nussmus enthalten. Für den Test habe ich mich für das Produkt mit Mandeln und Meersalz entschieden.

Erster Eindruck

Die Schokolade kommt in einer dunkelblauen Verpackung mit weißer Schrift. Es handelt sich beim Material nicht um Plastikfolie, es wird auf dem Riegel selbst noch einmal ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Verpackung absolut plastikfrei ist! Außerdem enthält der Riegel 65% weniger Zucker als vergleichbare Produkte, dazu aber später mehr. Auf der Seite wird man auf die coole Aktion des Herstellers hingewiesen, dass für jeden gekauften Riegel Schokolade ein Baum gepflanzt wird! Neben der Nährwerttabelle und den Inhaltsstoffen findet man auf der Schokoladenverpackung außerdem noch das Plastic Free Certification Mark, das EU-Bio-Siegel und das V-Label. Der Schokoladenhersteller beteiligt sich also an einem nachhaltigen Projekt und verpackt sein Produkt plastikfrei, Respekt!

Geschmack

Die Schokolade mit Mandeln und Meersalz riecht beim Öffnen relativ herb und nussig, ein wenig auch nach Kakao. Die Verpackung ist von innen mit einem nachhaltigen, kunststoff-ähnlichen aber plastikfreien Material beschichtet: Es handelt sich dabei um kompostierbare Zellulosefolie. Beim Biss in den Riegel merkt man zuerst ihren Nussgehalt: Die Nüsse beeinflussen die Konsistenz des Riegels sehr und schmecken dezent nach Mandel. Nach etwas Kauen schmeckt man auch den Meersalzgehalt, der sehr gut zu dem nussigen und schokoladigen Geschmack passt. Man schmeckt auch deutlich, dass die Schokolade – wie bereits auf der Verpackung angekündigt – weniger Zucker als vergleichbare Produkte, hat. Das hat aber absolut keine negative Auswirkung auf ihren Geschmack: Sie schmeckt angenehm nussig und schokoladig und braucht dafür keine Unmengen an Zucker.

Fairness

Wie bereits auf der Verpackung angekündigt, wird für das Verpackungsmaterial der Schokolade kein Plastik eingesetzt, sie ist also absolut fair gegenüber der Natur verpackt. Auf der Webseite des Herstellers wird eine einfache, besonders faire Gleichung aufgestellt: Ein Produkt = Ein Baum. Das bedeutet, dass für nucao für jeden gekauften Riegel eine Mangrove auf Madagaskar gepflanzt wird. Mangrovenwälder wirken dem Klimawandel besonders effektiv entgegen. Die Kakaobäume, deren Früchte für die Schokolade eingesetzt werden, wachsen laut Hersteller in einer wilden Agrowirtschaft, das heißt beispielsweise neben anderen Stauden und Pflanzen. Die beiden verwendeten Kakaobohnensorten sind Criollo und Trinitario. Dabei handelt es sich um Edelkakao, der nur etwa 5 – 10% der weltweiten Kakaoernte ausmacht. Der Hersteller bezieht seinen Kakao ausschließlich von einer kleinen Kooperative mit peruanischen Bauern, wo die Kakaopflanzen – wie oben geschildert – auch zusammen mit anderen Früchten angebaut werden. Der bezogene Kakao ist außerdem 100% frei von Zwangs- und Kinderarbeit. Der Hersteller kann also die genaue Region angeben, aus der der peruanische Kakao stammt, wie viele Familien durch die Arbeit auf diesen Plantagen profitieren und so weiter. Ein hohes Maß an Transparenz also, dass beim bewussten Konsumenten sehr gut ankommt!

Preis-Leistung

Die Schokolade ist im Handel für 1,95€ erhältlich. Jeder Riegel wiegt dabei 40 Gramm. Zugegeben macht das einen stolzen Preis von knapp 5€ pro 100 Gramm. Aber wir haben ja bereits gelernt, dass der Kakaoanbau nicht gerade umweltfreundlich von statten geht und Kinderarbeit auf Kakaoplantagen leider auch heutzutage noch häufig anzutreffen ist. Dieses Produkt kann allerdings damit punkten, dass es sehr nachhaltig produziert wurde und die Inhaltsstoffe klar zurückverfolgbar sind. Außerdem wird pro Riegel noch ein Baum gepflanzt. Man erhält also ein enorm hochwertiges Produkt das mit Transparenz der Inhaltsstoffe punkten kann und ist daher sein Geld durchaus wert!

Inhaltsstoffe der Schokolade

Die Zutaten des Riegels sind komplett biologischen Ursprungs. Den größten Bestandteil macht, wie gewöhnlich, Kakaomasse aus, gefolgt von 21% Hanfsamen. Diese sind bei der Geschmacksprobe nicht bewusst aufgefallen. Zur Süßung kommt Kokosblütennektar zum Einsatz, allerdings nur in geringen Mengen, da die Schokolade ja 65% weniger Zucker enthält als vergleichbare Produkte. Das Produkt enthält zudem 15% Mandeln, welche auch im Namen des Produkts stecken. Außerdem wird Kakaobutter verwendet, was natürlich auch nicht verwundert. Meersalz und Acerola runden die Liste der Inhaltsstoffe ab. Positiv fällt also auf, dass kein unerwarteter Inhaltsstoff im Produkt vorkommt und auch, dass die Liste mit 7 Inhaltsstoffen relativ überschaubar ist. Der Kakaoanteil der Schokolade liegt bei mindestens 70%. Mit einem Zuckergehalt von knapp 7 Gramm pro Riegel oder 17 Gramm pro 100 Gramm ist die Schokolade tatsächlich deutlich weniger süß als vergleichbare Produkte. Diese Behauptung war also nicht geschwindelt!

3.9 Tonys Chocolonely Meersalz Mandel

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Der Hersteller Tonys Chocolonely stammt direkt aus Amsterdam. Die Firma setzt sich stark dafür ein, die Kakaoindustrie sklavenfrei zu machen und hält sich dabei an enge Standards. Der Produzent bietet diverse Sorten an, die in großen Tafeln oder kleineren Riegeln erhältlich sind. Die großen Tafeln sind dabei nicht in der klassischen Rippenform erhältlich sondern ungleichmäßig aufgeteilt. Das soll die unfaire Verteilung von Profiten bei der Schokoladenproduktion darstellen. Auch die kleineren Schokoriegel sind so aufgeteilt: einige Teile dieser Schokolade repräsentieren beispielsweise bestimmte afrikanische Länder. Starten wir also direkt in den Test dieses interessanten Produkts.

Erster Eindruck

Die Meersalz-Mandel-Tafel ist äußerlich nur in FSC-zertifiziertem Papier verpackt und sieht ein bisschen aus, wie aus einem Comic oder Film. Auf dem hellgrünen Hintergrund sieht man auf der Vorderseite den Namen des Herstellers und eine Banderole der jeweiligen Sorte. Außerdem bekommt man schon hier den Hinweis, dass die Schokolade 100% frei von Sklavenarbeit hergestellt wurde. Auf der Rückseite finden wir neben Nährwerttabelle und Inhaltsstoffen noch einen kleinen Text, der nochmals auf in der Schokoladenindustrie herrschende Sklavenverhältnisse hinweist und mehr Infos im Inneren der Verpackung anteasert. Außerdem sehen wir noch das Fairtrade-Siegel, das aufgrund seiner strengen Vorschriften und Anforderungen zeigt, dass es der Hersteller ernst meint. Nach dem Öffnen und Ausbreiten der Papierverpackung wird der Konsument noch einmal für das Thema Sklavenarbeit in der Kakaobranche sensibilisiert und darauf hingewiesen, durch den Kauf dieser Schokolade einen positiven Beitrag dazu geleistet zu haben, dies zu unterbinden. Das Produkt macht also einen sehr guten ersten Eindruck!

Geschmack


Die Schokolade selbst ist noch einmal in einer goldenen Alufolie verpackt. Nach dem Öffnen dieser Folie kann man einen relativ herben Kakaogeschmack riechen, die Schokolade sieht außerdem dunkler als gewöhnliche Milchschokolade aus, was vermutlich an ihren 51% Kakaoanteil liegt. Im Geschmack ist die Schokolade enorm lecker: Sie hat ein sehr ausgeprägtes und etwas fruchtiges Kakaoaroma. Dass die Schokolade etwas fruchtig schmeckt liegt auch an den darin enthaltenen Salzkörnchen, welche ein sehr leckeres, leicht salziges Aroma entfalten. Auch an den Mandeln wurde nicht gegeizt, die Schokolade enthält für meinen Geschmack viele Nüsse. Diese treten geschmacklich allerdings nicht unbedingt in den Vordergrund. Es handelt sich dabei außerdem um gebrochene statt ganzer Nüsse. Vor allem dominiert bei dieser Schokolade also der leckere, fein herbe Kakaogeschmack, leicht ergänzt von einer salzigen Nuance.

Fairness

Hinsichtlich der Fairness ist diese Schokolade einer der Testsieger für mich: Es ist für den Hersteller ein zentrales Anliegen des Unternehmens, die eigenen Produkte so human und fair wie möglich herzustellen und sich damit von anderen Herstellern abzuheben, die ihre Produkte möglichst günstig herstellen möchten. Das wird schon an originellen Einfällen wie der angesprochenen Aufteilung der Schokolade in ungleichmäßige Stücke deutlich. Die Produkte von Tonys Chocolonely tragen zudem das Fairtrade-Siegel. Das ist laut Aussage des Herstellers allerdings nur ein Startpunkt, da das Unternehmen noch stärker tätig werden möchte und deshalb selbstständig 5 Prinzipien der nachhaltigen Zusammenarbeit entwickelt hat. Tonys will also ein neues und besonders strenges Zertifizierungssystem etablieren, welches dann auch andere Hersteller nutzen können um nach diesen Standards zu arbeiten. Deshalb wird auch weniger Wert auf das Erwerben extern entwickelter Siegel gelegt. Auch die Umwelt ist für das Unternehmen sehr relevant, so wird es Kakaobauern beispielsweise untersagt, für den Anbau zu Entwalden. Auch das Papier der Schokolade ist FSC-zertifiziert und somit besonders umweltschonend. Bei mehr Interesse kannst du dich bei einer kurzen Online-Recherche noch tiefer in diese Thematik einlesen.

Preis-Leistung

Die 180 Gramm-Tafel ist ein echtes Schwergewicht und kostet im Supermarkt 2,99€. Damit ist dieses Produkt natürlich ebenfalls deutlich teurer als die herkömmliche Discounter-Schokolade. Allerdings muss man auch bei diesem Preis wieder bedenken, welche strengen Kriterien des fairen Handels der Hersteller sich selbst auferlegt. Davon abgesehen ist die Schokolade auch noch enorm lecker! Für einen Preis von 2.99€ pro Tafel kann man sich diese leckere Schokolade also absolut gönnen und sie stellt durch ihre sklavenfreie Herstellung einen humanen Kontrast zu vielen Discountprodukten her.

Inhaltsstoffe der Schokolade

Die in Belgien hergestellte Schokolade weist eine sehr übersichtliche Liste der Inhaltsstoffe auf, was schon einmal sehr positiv auffällt. Den größten Anteil des Produkts macht (wie üblich) Kakaomasse aus. Diese bezieht der Hersteller aus Westafrika. Neben Zucker enthält die Schokolade auch 10% Mandeln. Der hohe Mandelanteil ist namensgebend für diese Sorte und auch deutlich am Geschmack erkennbar. Das Produkt enthält zudem noch Kakaobutter und ein halbes Prozent Meersalz. Als Emulgator, also zur besseren Bindung von Wasser und Fett, kommt Sojalecithin zum Einsatz. Auf der Seite des Internetseite des Herstellers kann man außerdem einsehen, wie viele Kakaobohnen je nach Sorte pro Tafel verarbeitet werden. Diesen interessanten Einblick erhält man bei anderen Schokoladen nicht! Das Produkt beinhaltet mindestens 51% Kakao bei einem Zuckeranteil von 41,5 Gramm pro 100 Gramm.

3.10 Vantastic Schakalode Hazelnut

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Nun testen wir die Schakalode von Vantastic Foods. Keine Sorge, ich habe mich beim Produktnamen nicht verschrieben! Die Marke Vantastic gehört zum veganen Großhändler AVE (Absolute Vegan Empire) und ist ein Big Player im Bereich vegane Lebensmittel. Allein im Onlineshop kann durch über 2.000 rein pflanzliche Produkte stöbern, viele davon vertreibt AVE aber nur. Dieser vegane Schokoriegel aber kommt von Vantastic selbst. Es gibt ihn außerdem noch mit weißer Schoki und Mandeln. Wie das Produkt mit Haselnüssen im Test abschneidet, erfahren wir jetzt.

Erster Eindruck

Die Schokolade ist optisch hübsch anzusehen: Auf der Vorderseite sehen wir Haselnüsse im Comic-Style abgebildet, außerdem, das deutsche Bio-Siegel. Optisch ist die Verpackung, die in braun und weiß gehalten ist, sehr schön anzusehen. Auf der Rückseite sehen wir die übliche Nährwerttabelle und die Inhaltsstoffe. Außerdem trägt die Schokolade noch das EU-Bio-Siegel und Label der Vegan Society. Darüber hinaus lässt sich nichts außergewöhnliches feststellen. Was hier beispielsweise nicht zu finden ist, ist ein Fairtrade-Siegel.

Geschmack

Nach dem Öffnen riecht die Schokolade angenehm nach Nougat, es handelt sich hier nicht um ein Zartbitterprodukt, sondern um einen Ersatz zu herkömmlicher Milchschokolade. Der Riegel besteht aus vier großen Stückchen. Man sieht, dass keine ganzen Haselnüsse sondern einzelne Stückchen verarbeitet wurden. Die Schokolade selbst schmeckt relativ süß und hat auch einen starken Haselnussgeschmack. Das liegt an dem besonders großen Anteil dieser Nüsse im Produkt. Sie verleihen ihm auch mehr Biss und Crunch. Die vegane Schokolade ist geschmacklich tatsächlich kaum von einer Milchschokolade zu unterscheiden: Man schmeckt auch keinen charakteristischen Kokosgeschmack oder Ähnliches, die Schokolade schmeckt eher wie die Haselnusspraline eines namhaften Schokoladenherstellers aus Italien. Sie ist sehr weich was einen schönen Kontrast zu den Nüssen darstellt. Ich bin von dem Produkt geschmacklich sehr überzeugt!

Fairness

Zur Fairness der Inhaltsstoffe lassen sich leider wenige Angaben machen. Sowohl auf der Verpackung des Riegels als auch auf der Internetseite des Herstellers lässt sich keine klare Herkunft des Kakaos der verarbeitet wurde ausmachen. Auch zu den anderen Inhaltsstoffen wie beispielsweise Haselnüssen findet man leider keine Informationen. Das Gewissen besänftigen die Bio-Siegel zumindest ein wenig, auf Mindeststandards wurde in der Herstellung also geachtet. Es wäre super, wenn der Hersteller die Herkunft der Inhaltsstoffe des Riegels noch klarer und transparenter kommunizieren würde. Das kommt sicherlich auch beim bewussten weil veganen Verbraucher besser an!

Preis-Leistung

Der Riegel ist im Handel für 1,49€ erhältlich. Dafür bekommt man ein 40 Gramm schweres Produkt. Auf 100 Gramm umgerechnet würde dies einen Preis von etwa 3,75 € machen. Dieser ist also relativ stolz und wesentlich höher als der namhafter, edler Konfiserien. Dafür bekommt man aber ein Produkt, dass geschmacklich absolut überzeugen kann und dazu noch vegan ist. Ein deutlicher Nachteil ist allerdings, dass der Hersteller die Herkunft der Inhaltsstoffe nicht transparent öffentlich zugänglich macht. Man kann also keine Aussage dazu treffen, ob der Kakao für das Produkt fair gehandelt wurde. Der Preis ist für die angebotene Leistung also nur bedingt gerechtfertigt.

Inhaltsstoffe der Schokolade

Die Liste der Inhaltsstoffe der Schokolade ist dafür wieder überzeugender, weil eher kurz. Alle Zutaten außer dem Salz stammen aus biologischem Anbau. Zucker macht den größten Bestandteil der Schokolade aus, was bei dem süßen Geschmack nicht verwundert. Es handelt sich ja auch nicht um eine Bitterschokolade. Das Produkt enthält 21% Reispulver, welches sich aus Reissirup, Reisstärke und Reismehl zusammensetzt. Es dient als Ersatz zum Magermilchpulver. Haselnüsse machen ganze 20% der Schokolade aus. Deren starken Anteil schmeckt und fühlt man beim Essen auch. Weiter enthält das Produkt 15% Kakaobutter und 11,5% Kakaomasse. Letztere ist hier weniger stark vertreten, was aber auch daran liegt, dass es sich um Milchschokolade-Ersatz handelt. Auch 10% Haselnusspaste sind im Produkt vertreten und die schmeckt man auch. Auch hier kommt Sojalecithin als Emulgator, also Bindemittel, zum Einsatz. Speisesalz und natürliches Vanillearoma runden die Liste der Zutaten ab. Mit 26 Gramm Zucker pro 100 Gramm ist der Riegel allerdings relativ sparsam, was natürlich sehr gut ist!

3.11 Lindt Excellence Mild 70% Cacao

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Mit der Excellence Mild 70% Cacao haben wir hier wieder ein Produkt eines großen Chocolatiers im Test. Die Schokolade aus dem Hause Lindt beinhaltet 70% Kakaoanteil. Damit ist dies nun wieder eine dunkle Schokolade und stellt einen Kontrast zu den vorangegangenen Produkten dar. Der Name des Herstellers ist in der Welt der Schokolade ein Qualitätsgarant und steht bei vielen Personen für hochwertige Produkte. Ob die Schokolade nicht nur mit ihrer Qualität punkten kann, sehen wir uns jetzt an.

Erster Eindruck

Bereits im ersten Eindruck wirkt das Produkt sehr hochwertig. Es kommt in einer schwarz-weißen Pappschachtel, die auch Goldelemente hat. Leider sucht man Siegel wie das Fairtrade-Logo oder auch nur einen Hinweis auf Bioqualität auf der Schachtel vergebens. Neben dem Namen des Herstellers und des Produkts finden wir auf der Front noch ein Bild eines Schokostücks abgebildet. Auf der Rückseite gibt es einen kleinen Text, in dem Lindt auf die Markenqualität hinweist und der Lust auf die Schokolade machen soll. Darunter sehen wir ein interessantes Siegel: Lindt verweist auf das markeneigene Farming Program. Mehr dazu später. Außerdem werden bildhaft Auszüge des Herstellungsprozesses dargeboten. Neben der Nährwerttabelle und den Inhaltsstoffen war es das schon. Ein durchwachsener erster Eindruck also.

Geschmack

Beim Öffnen der Folie der Schokolade kann man direkt ein herbes, eher weniger fruchtiges Aroma riechen, wie man es von Zartbitterschokoladen kennt. Die Schokolade besteht nicht aus feinen Rippchen sondern eher aus großen, quadratischen Stücken. Die Schokolade ist etwas fester im Biss, was an dem hohen Kakaogehalt liegt. Man schmeckt den hohen Kakaoanteil, die Schokolade ist herb. Allerdings ist sie auch sehr mild, wie vom Hersteller angepriesen, sie ist also weniger fruchtig. Die etwas geringere Dicke der Schokoladentafel ist beim Essen sehr angenehm: Die Stücke sind nicht so wuchtig und daher fein zu essen. Sie ist im Biss sehr knackig, wird aber besonders weich und cremig, wenn man sie eine Zeit lang im Mund behält. Sie ist tatsächlich deutlich milder als vergleichbare Schokoladen mit 70% Kakaoanteil. Im Geschmack überzeugt das Produkt des Schweizer Chocolatiers also.

Fairness

Lindt betreibt ein eigenes Farming Program, welches nach Aussage des Herstellers die Arbeitsbedingungen der Kakaobauern und fairen Handel unterstützen soll. Der Konzern wirbt damit, dass die Lieferkette der Inhaltsstoffe des Produkts bis 2020 komplett nachvollziehbar sei. Außerdem werden jährlich 10 Mio. US-Dollar in das Programm investiert, in das 80.000 Kakaobauern eingeschlossen sind. Das macht jährlich 125 Dollar pro Person oder etwa 50 Cent pro Tag und pro Person. Besonders aktiv ist das Unternehmen in Ghana, wo beispielsweise 29 Schulen renoviert wurden und das das erste Land war, in dem Lindt die Kakaobohnen-Lieferkette zu 100% rückverfolgen konnte. Reine Rückverfolgbarkeit bedeutet natürlich noch keine fairen Arbeitsbedingungen. Der Kakao von Lindt stammt aus fünf Ländern, die Dominikanisch Republik ist das jüngste der Länder, aus dem Kakao bezogen wird. Das Lindt Nachhaltigkeitsprogramm stützt sich auf vier Säulen: Rückverfolgung der Kakaoquellen und Organisation dieser Kakaobauern in Arbeitsgruppen. Dann wird Fachwissen und Kompetenz vermittelt. Im dritten Schritt unterstützt der Hersteller die Bauern und deren Landwirtschaft und leistet in lokalen Gemeinschaften Entwicklungshilfe. Der vierte Schritt lautet Fortschritt und Sicherung dieser Standards. Leider wird auf dem einzelnen Produkt aber nicht klar angegeben, aus welchem Land die dafür verwendeten Kakaobohnen stammen, was natürlich ein interessanter und wichtiger Hinweis für Konsumenten wäre. Die Versprechen des Unternehmens klingen also gut.

Preis-Leistung

Eine 100 Gramm Tafel der Lindt-Schokolade kostet im Laden 2,29€, also ein eher niedriger Preis im Vergleich zu anderen Produkten in diesem Test. Online können die Preise natürlich abweichen. Dies könnte bedeuten, dass die Inhaltsstoffe der Schokolade im Einkauf günstiger waren. Man bekommt für knapp 2,30€ allerdings eine sehr lecker schmeckende Schokolade, die trotz der 70% Kakaoanteil sehr cremig und weich ist. Rein geschmacklich würde ich die Schokolade absolut weiterempfehlen!

Inhaltsstoffe der Schokolade

Die Liste der Inhaltsstoffe ist eher überschaubar, wie man es von einer Schokolade mit 70% Kakao erwarten würde. Den größten Bestandteil macht natürlich Kakaomasse aus. Die dafür verwendeten Kakaobohnen stammt aus dem oben beschriebenen Lindt Farming Program. Außerdem enthält die Schokolade Zucker. Dieser macht sie eben nicht so herb und bitter, sondern für eine sehr kakaohaltige Schokolade sehr mild. Außerdem enthält das Produkt Kakaobutter. Auch der nächste Inhaltsstoff ist bereits ein alter Bekannter: Das Bindemittel Sojalecithin. Die Liste der Inhaltsstoffe wird abgerundet von Vanille. Einen Hinweis, dass die Stoffe aus biologischem Anbau stammen, sucht man hier vergebens. Mit 29 Gramm Zucker pro Tafel wird trotz des Kakaoanteils für Milde gesorgt: Das Produkt ist im Vergleich zu anderen Schokoladen mit 70% Kakao eher ungesund aufgrund des höheren Zuckergehalts. Der Geschmack ist dafür umso besser.

3.12 Frankonia Chocolat Dunkle vegan

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Der Hersteller Frankonia aus Veitshöchheim bietet eine interessante Produktpalette an: Neben der weißen, hellen und dunklen veganen Schokolade gibt es noch die Linie „No Sugar Added“, für die enorm wenig Zucker eingesetzt wird. Auch komplett laktosefreie Schokoladen mit Traubenzucker gibt es zu kaufen. Witziger Fun Fact: Auf der Herstellerseite gibt es ein kleines Arcade-Game zu spielen, bei dem im Frogger-Style Schokolade getragen werden muss, während Kühe einem den Weg versprerren. Dem Produkt selbst aber widmen wir uns jetzt in unserem Test.

Erster Eindruck

Die Franconia-Schokolade kommt in einem grünen Pappkarton. Direkt auf der Vorderseite sehen wir das V-Label sowie das deutsche Bio-Siegel. Außerdem wird darauf hingewiesen, dass das Produkt glutenfrei sei. Solange keine Kekse enthalten sind, ist Schokolade meist ohnehin frei von Gluten. Neben der Produktbezeichnung und einem Bild der Schokolade selbst gibt die Vorderseite der Verpackung allerdings nicht besonders viel preis. Auf der Rückseite finden wir neben der Liste der Inhaltsstoffe und der Nährwerttabelle außerdem noch das EU-Bio-Siegel. Negativ fällt allerdings auf, dass die Herkunft des verwendeten Kakaos nicht angegeben ist. Sie stammen allerdings aus ökologischer Landwirtschaft. Alles in allem macht die Schokolade also einen annehmbaren ersten Eindruck.

Geschmack

Die Schokolade ist beim Öffnen noch einmal in Folie gehüllt und kommt in großen Stückchen, wie das Lindt-Produkt. Beim Öffnen riecht sie angenehm herb, allerdings weniger süß. Im Biss ist sie dafür aber sehr zart. Beim Geschmack bestätigt sich, was sich schon beim Riechen erahnen lässt: Das Produkt ist weniger süß, eher etwas herb. Außerdem zergeht die Schokolade nicht so fein auf der Zunge, die Konsistenz überzeugt mich nicht ganz, da sie weniger zartschmelzend als andere Produkte ist. Das Produkt schmeckt weniger vollmundig als andere Schokoladen, irgendwie wirkt sie ein wenig unfertig, irgendetwas fehlt. Für mich schmeckt sie etwas künstlich, weniger nach authentischem, reinen Kakao. Die Schokolade ist damit nicht außergewöhnlich, sie sticht für mich nicht aus der Masse hervor. Der Geschmack ist in Ordnung aber würde mich nicht zu einem Wiederkauf motivieren.

Fairness

Das Produkt selbst trägt das EU-Bio-Siegel und das deutsche Bio-Siegel. Außerdem ist das verwendete Papier FSC-zertifiziert. Auf der Website sieht man außerdem, dass die Schokolade UTZ-zertifiziert ist. Allerdings handelt es sich auch bei dieser Zertifizierung nicht um ein besonders strenges Siegel: Es gibt lediglich Mindeststandards vor, von denen einige ohnehin schon von Gesetzes wegen eingehalten werden sollen, wie beispielsweise das Verbot von Kinderarbeit. Außerdem wird auf der Webseite noch das Fairtrade-Logo abgebildet, dazu findet man aber bei Recherche leider keine weiteren Infos. Positiv ist, dass das Produkt palmölfrei ist. Außerdem stammen alle Inhaltsstoffe aus biologischem Anbau. Der Hersteller erwähnt, sich im Forum Nachhaltiger Kakao zu engagieren. Dabei handelt es sich um einen deutschen eingetragenen Verein, der sich zum Ziel gesetzt hat, Kakaoanbau nachhaltiger zu gestalten. In meinen Augen gibt der Hersteller allerdings zu wenige konkrete und transparente Einblicke in die Herkunft des Kakaos und die Nachhaltigkeit der Produkte. Alles in allem ist der Eindruck also durchwachsen.

Preis-Leistung

Die Schokolade ist als 100 Gramm Tafel erhältlich. Diese kostet im Handel knapp 2€. Damit handelt es sich bei der Schokolade zusammen mit dem Produkt von Ritter Sport um die Günstigste im Test. Geschmacklich kann die Schokolade also nur bedingt überzeugen, da sie leicht säuerlich und weniger natürlich schmeckt. Das Produkt ist UTZ-zertifiziert und trägt das EU-Bio-Siegel. Leider fehlen tiefere Einblicke, beispielsweise in die Lieferkette oder die Herkunft des Kakaos. Zur Fairness und Nachhaltigkeit lässt sich also leider wenig sagen. Für diesen Preis bekommt man in meinen Augen alles in allem ein geschmacklich durchwachsenes Produkt, das auch nicht zwangsläufig mit Transparenz punkten kann.

Inhaltsstoffe der Schokolade

Die Liste der Inhaltsstoffe unterscheidet sich wenig von anderen Schokoladen im Test: Die Schokolade enthält natürlich Kakaomasse, der Kakaoanteil liegt bei mindestens 52%. Leider kann dessen Herkunft nicht genau nachvollzogen werden. Außerdem enthält sie natürlich Zucker. Eine Tafel beinhaltet dabei 45 Gramm Zucker, ein relativ hoher Anteil. Natürlich kommt auch hier wieder Kakaobutter zum Einsatz. Deren Fett wird mithilfe von Sojelecithin als Emulgator gebunden. Auch Haselnussmark steht auf der Liste der Inhaltsstoffe, kann aber nicht so stark aus dem Produkt herausgeschmeckt werden. Abgerundet wird die Liste der Inhaltsstoffe von Vanillearoma. Alle Zutaten stammen aus biologischem Anbau, was sehr positiv ist.

3.13 Birkengold Edelbitter zuckerfrei

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Mit dieser Edelbitter-Schokolade haben wir nun wieder ein Produkt im Test, das mit 85% einen besonders hohen Kakaogehalt aufweist. Der Name des Herstellers ist bei den Produkten Programm: Birkengold nutzt für seine Produkte Xylit. Dabei handelt es sich um Birkenzucker, ein natürliches Süßungsmittel. Es kommt vor allem in der Rinde von beispielsweise Birken oder Buchen vor und kann gut zur natürlichen Süßung von Lebensmitteln genutzt werden. Allerdings gilt es hier aufzupassen: Bei übermäßigem Konsum kann das Xylit abführend wirken. Der Hersteller bietet eine große Palette von mit Xylit gesüßten Produkten an. Wie sich diese Schokolade im Test macht, sehen wir jetzt.

Erster Eindruck

Die Birkengold-Schokolade kommt zur Abwechslung einmal nicht in einer Pappschachtel sondern in gewöhnlichem, beschichteten Papier. Auf der Vorderseite sehen wir neben Birkenblättern und der Schokolade selbst auch das V-Label für vegane Produkte und noch viel wichtiger: Das Fairtrade-Siegel! Man wird auch darauf hingewiesen, dass das Produkt nur mit Xylit gesüßt wurde. Auf der Rückseite gibt der Hersteller auch die Herkunft des Kakaos an, was positiv ankommt. Zudem auch der Hinweis, dass die Schokolade natürlich nicht an Hunde verfüttert werden darf, wie im Übrigen jede Schokolade. Neben der gewohnten Nährwerttabelle und den Inhaltsstoffen war es das schon. Ein sehr guter erster Eindruck also!

Geschmack

Nach dem Öffnen der Papierverpackung sehen wir die Tafel, die nochmals in eine Alufolie gehüllt ist. Das Produkt besteht aus sehr feinen und eher kleinen Stückchen. Das ist natürlich auch sinnvoll, da man die Schokolade ja maßvoll genießen soll, zumal der Süßungsstoff in großen Mengen abführend wirkt. Die Schokolade riecht fein nach Kakao, aber nicht künstlich oder aufdringlich. Im Biss ist sie sehr zart und weich, was positiv auffällt! Sie schmeckt angenehm schokoladig und vollständig, die Schokolade wirkt nicht unfertig, man hat nicht den Eindruck dass etwas daran fehlt. Die Schokolade schmeckt sehr mild und fein, ich würde den Kakaogehalt bei einem Blindtest auf 50 bis 60 Prozent schätzen. In Wahrheit liegt dieser aber jenseits der 80%! Die Milde wird aber auch nicht durch eine übermäßige Süßung erreicht: Die Schokolade ist tatsächlich eher weniger süß. Ein in meinen Augen sehr leckeres und vollmundig schokoladiges Produkt, dass für seinen hohen Kakaogehalt mild und cremig ist. Ich schätze die Schokolade sehr positiv ein!

Fairness

Der Kakao der Schokolade ist laut Hersteller nach Fairtrade-Standards gehandelt. Das Produkt selbst weist rechts oben auf der Vorderseite das Fairtrade-Siegel auf. Positiv ist außerdem zu vermerken, dass die Herkunft des Kakaos auf dem Produkt und online angegeben wird. Die Transportwege der Inhaltsstoffe scheinen dem Unternehmen also bekannt zu sein und werden auch an die Konsumenten weitergegeben. Dies ist natürlich Voraussetzung für Fairtrade-zertifizierte Produkte. Der Fairtrade-Standard ist relativ hoch: Es müssen soziale, ökonomische und ökologische Kriterien eingehalten werden. Sozial werden beispielsweise Kleinbauern gestärkt, Kooperationen organisiert und Arbeitsbedingungen festgelegt. Aus Umweltperspektive werden Ressourcen geschont, Pestizide vermieden und Gentechnik verboten. Ökonomisch werden faire Löhne gezahlt oder auch Handelsbeziehungen offengelegt. Die Kriterien werden streng kontrolliert: Das Prüfsiegel ist besonders verlässlich und garantiert tatsächlich faire Herstellung. Die Schokolade schneidet also sehr gut ab!

Preis-Leistung

Die Birkengold-Schokotafel wiegt 100 Gramm und ist online für 3,29 € erhältlich. Damit ist sie natürlich deutlich teurer als handelsübliche dunkle Schokoladen, die im Supermarkt in den Regalen stehen. Geschmacklich bekommt man für den Preis allerdings ein vollmundiges und leckeres Produkt, das wirklich hochwertig und trotz des hohen Kakaoanteils angenehm mild schmeckt. In der Herstellung ist die Schokolade Fairtrade-zertifiziert und garantiert damit Nachhaltigkeit und gerechte Bezahlung der Kakaobauern. Deshalb ist der höhere Preis für die mit Xylit gesüßte Schokolade für mich absolut angebracht und die Leistung, die man dafür erhält, ist in meinen Augen sehr überzeugend!

Inhaltsstoffe der Schokolade

Die Schokolade kann mit einer sehr übersichtlichen Liste der Inhaltsstoffe punkten. Den Hauptanteil macht natürlich Kakaomasse aus. Das Produkt weist ja einen Kakaoanteil von 85% auf. Statt Zucker kommt angesprochenes Xylit / Birkenzucker als Süßungsmittel zum Einsatz. Außerdem enthält das Produkt Kakaobutter. Als Emulgator kommt hier nicht Sojalecithin sondern Sonnenblumenlecithin zum Einsatz. Auch bei Sojaunverträglichkeit kann dieses Produkt also genossen werden. Kakaomasse und Kakaobutter stammen aus kontrolliert biologischem Anbau. Aufgrund des Süßungsmittel enthält die Schokolade natürlich keinen Zucker. Der Hersteller gibt den Anteil mit 0,2 Gramm pro Tafel an. Das Produkt sollte nicht zu schnell verzehrt werden aufgrund seiner abführenden Wirkung.

3.14 Makri Dattel Schokolade dunkel

makri-dattelschokolade

Hier haben wir ein sehr interessantes Produkt im Test: Es unterscheidet sich wesentlich von allen anderen Produkten. Die Schokolade kommt vom Hersteller Makri aus Argenbühl im Allgäu. Das Unternehmen wurde von zwei Brüdern gegründet, die Wert auf bewussten und nachhaltigen Konsum legen. Das Besondere an dieser Schokolade: Statt Zucker kommen hier tunesische Dattel zur Süßung zum Einsatz. Der Hersteller will damit nach eigener Angabe einen Beitrag dazu leisten, den allgemeinen Zuckerkonsum zu begrenzen. Das Produkt besteht damit aus sehr hochwertigen und teueren Zutaten. Wie sich die Dattelschokolade dunkel von Makri im Test macht, werden wir uns im Folgenden näher ansehen.

Erster Eindruck

Die Schokolade kommt in einer sehr schlichten, eierschalenfarbenen Verpackung. Das Design ist relativ minimalistisch gehalten, auf einem lila Streifen sticht der Name des Herstellers hervor. Außerdem sieht man, dass die Schokolade ein Deutsches Bio-Siegel sowie das V-Label trägt. Auf der Rückseite ist auch das EU-Bio-Logo abgedruckt. Positiv fällt auf, dass der Hersteller die Herkunft der Schokolade klar angeben kann. Das ist ein Hinweis auf eine transparente Lieferkette! Es wird erklärt, dass die Schokolade ohne raffinierten Zucker auskommt und laktose-, lezithin- und glutenfrei ist. Neben der Nährwerttabelle und den Inhaltsstoffen war es das auch schon. Sie macht also einen sehr hochwertigen ersten Eindruck!

Geschmack

Die Schokolade ist beim Öffnen noch einmal in durchsichtigen, kompostierbaren, biologisch abbaubaren Kunststoff gehüllt. Sie riecht sehr kakaohaltig und eher schwer, sie riecht zudem leicht fruchtig. Die einzelnen Stückchen sind relativ groß und angenehm dünn. Im Biss unterscheidet sich die Schokolade von vergleichbaren Bitterschokoladen: An der Konsistenz merkt man ganz klar die Datteln. Im Geschmack macht sich die Frucht allerdings kaum bemerkbar. Die Schokolade ist sehr zartschmelzend und weich, sie ist angenehm zu essen. Geschmacklich ist sie relativ herb und schmeckt stark nach Kakao. Aufgrund des hohen Kakaoanteils ist sie bitter und eher schwer. Allerdings ist sie nicht unangenehm bitter oder zu herb: Sie schmeckt sehr lecker, auch wenn kaum Süße zu schmecken ist. Letzteres ist natürlich so gewollt. Die Schokolade ist also relativ herb, man schmeckt den hohen Kakaoanteil. Sie ist dabei aber nicht unangenehm bitter! Sie schmeckt sehr vollmundig und fein, außerdem weniger süß. Damit ist das Produkt eine gute Ergänzung zu einem schwereren Rotwein und überzeugt mich geschmacklich!

Fairness

Da die Schokolade lediglich aus drei Zutaten besteht, macht es das für den Hersteller vergleichsweise leichter, diese kontrolliert und transparent zu beziehen. Alle drei Zutaten stammen dabei aus ökologischem Anbau, was mit dem EU-Bio-Siegel nachgewiesen werden kann. Laut Herstellerangaben steht die Fairtrade-Zertifizierung für die Schokolade aktuell noch aus. Allerdings wird die Schokolade von einem dominikanischen Bauernverband bezogen, welcher bereits Fairtrade-zertifiziert ist. Wer sich für die strengen Fairtrade-Standards im Detail interessiert, kann sich bei der vorangegangenen Schokolade informieren oder selbst online recherchieren. Die Schokolade ist also auf dem Papier bereits nach Fairtrade-Standards produziert, was sehr positiv zu bewerten ist! Laut eigener Angabe liegt dem Schokoladenhersteller soziale Verantwortung am Herzen und man ist sich bewusst, dass Kakaobauern und Händler in den Herstellungsprozess eingebunden sind und diese human und fair behandelt und bezahlt werden sollen. Ein faires Produkt also!

Preis-Leistung

Die Makri-Dattelschokolade ist in 85 Gramm-Tafeln erhältlich. Diese kosten knapp 4 €. Damit ist die Schokolade wirklich teuer. Geschmacklich überzeugt das Produkt, es schmeckt angenehm mild-herb. Positiv ist außerdem zu vermerken, dass nur 3 Inhaltsstoffe zum Einsatz kommen. Der Kakao der Schokolade erfüllt dabei Fair-Trade-Standards und alle Inhaltsstoffe stammen aus biologischem Anbau. Trotz Berücksichtigung des positiven Geschmackserlebnisses und der Hochwertigkeit des fair gehandelten Kakaos ist das Produkt natürlich immer noch sehr teuer. Allerdings ist es meiner Meinung nach ein toller Genuss, den man sich gelegentlich einmal gönnen kann! Die Zutaten rechtfertigen absolut den hohen Preis, welcher die Schokolade zu einer Besonderheit macht, beispielsweise für besondere Anlässe oder als Geschenk.

Inhaltsstoffe der Schokolade

Wie bereits mehrfach angeklungen ist, besteht diese Schokolade lediglich aus drei Inhaltsstoffen. Der erste davon ist natürlich Kakaomasse. Das Produkt weist nämlich einen Kakaoanteil von 72% auf. Statt dem Zucker nutzt der Hersteller zur Süßung gemahlene Datteln. Dadurch bleibt auch der Zuckeranteil des Produkts im Rahmen: Er liegt bei etwa 20 Gramm pro 100 Gramm. Zuletzt enthält das Produkt natürlich noch Kakaomasse. Damit ist es laktosefrei, frei von raffiniertem Zucker und auch lecithinfrei! Letzteres trifft wohl auf die allerwenigsten Schokoladen zu. Alle Zutaten stammen aus ökologischem Anbau. Die Zutatenliste ist also sehr überzeugend!

3.15 björnsted feine Bitter Orange

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Der Hersteller der björnsted Schokolade ist für uns bereits ein alter Bekannter: Es handelt sich um EcoFinia. Das ist der selbe Hersteller, der auch die IChoc Schokolade produziert (siehe weiter oben). Diese Produktlinie begreift sich als Lifestyle-Produkt: Auf den Verpackungen wird mit Kunst gespielt, man sieht darauf kleine gemalte Elemente. Der Hersteller beschreibt das Produkt als ökologisch-ästhetische Kunstform aus Schokolade. Nachhaltigkeit und Fairness scheint dabei eine entscheidende Rolle zu spielen. Die Zielgruppe dieser kunstaffinen Schokolade ist ein eher anspruchsvolles Publikum. Wie das Produkt schmeckt und was drin steckt sehen wir uns jetzt an!

Erster Eindruck

Die Schokolade kommt in einer schwarzen Verpackung und in Papier gehüllt. Auf der Vorderseite ist zu lesen, es handle sich dabei um ein „100% Eco Pack“. Auf der Rückseite erhalten wir dazu durch das Plastic Free Certification Mark die Information, dass die Schokolade plastikfrei verpackt wurde, ein tolles Zeichen! Außerdem lesen wir auf der Vorder- und Rückseite, dass alle Zutaten aus biologischem Anbau stammen, was durch das EU-Bio-Siegel untermauert wird. Natürlich ist die Schokolade auch vegan, worauf hier nochmals hingewiesen wird. Die Vorderseite wird außerdem von einer gezeichneten, orangefarbenen Blume verziert, was uns nochmal auf den Geschmack der Schokolade, feine Bitter Orange, hinweist. Auf der Rückseite können wir lesen, dass dieses Artwork von Annette Wessel stammt. Außerdem kann man hier lesen, dass die Schokolade von EcoFinia stammt, wie oben bereits angesprochen auch der Hersteller der IChoc-Schokolade. Bis auf die Nährwerttabelle und die Inhaltsstoffe bietet die Schokolade keine weiteren wesentlichen Infos. Sie macht also einen guten Eindruck, was fehlt ist beispielsweise ein Fairtrade-Siegel oder ein anderer Hinweis auf fairen Anbau der verwendeten Kakaobohnen.

Geschmack

Nach dem Öffnen des Papiers sehen wir die Tafel noch einmal in einem kunststoffähnlichen Stoff verpackt. Nach dem Öffnen riechen wir eher weniger Kakao, das Produkt riecht vor allem stark nach Orange, wie die Produktbezeichnung suggeriert. Der Kakao tritt geruchlich in den Hintergrund, das Produkt riecht trotz einem Kakaoanteil von 70% eher süßlich, weniger herb. Im Biss ist die Schokolade sehr zart und zergeht schnell und ohne viel Kauen im Mund. Anfangs dominiert vor allem der Orangengeschmack. Er tritt geschmacklich relativ deutlich heraus, wirkt dennoch aber nicht aufdringlich oder unangenehm künstlich. Desto länger man die Schokolade im Mund behält, desto stärker macht sich auch das Kakaoaroma bemerkbar. Vor allem im Abgang schmeckt die Schokolade dann in meinen Augen fast ausschließlich nach Kakao. Das Produkt ist für mich eher süß, ich empfinde es trotz dem hohen Kakaogehalt eher als Süßigkeit. Die Süße ist dabei aber nicht übertrieben, das Produkt kommt natürlich nicht an helle Schokolade heran. Ich bin aufgrund des hohen Kakaogehalts dennoch überrascht, wie mild sie schmeckt. Die Schokolade ist nicht sehr herb oder bitter, man kann sie sehr gut essen. Orangenstückchen sind keine enthalten. Die fruchtig-edelbittere Schokolade schmeckt mir sehr gut!

Fairness

Die björnsted-Schokolade selbst begreift sich als Kunstschokolade für die Avantgarde und ist eine Linie des Herstellers EcoFinia. Auf der Verpackung selbst findet man leider nur das EU-Bio-Siegel. Das Produkt ist demnach von DE-ÖKO-013 zertifiziert. Dabei handelt es sich um eine Kontrollstelle in Köln. Das Siegel ist aber bekanntlich nicht besonders streng und legt nur einige Mindeststandards fest. So wird beispielsweise auf eine gewisse Liste von Pestiziden verzichtet, Gentechnik und Antibiotika in Futtermitteln verboten und das Produkt darf nur maximal 5% Inhaltsstoffe enthalten, die aus nicht-biologischer Quelle stammen. Diese Vorgaben sind durchaus positiv, allerdings deutlich weniger streng als die, die andere Siegel vorschreiben. Weitere Siegel hinsichtlich fair gehandelter Kakaobohnen findet man auf dem Produkt leider nicht. Auf seiner Webseite beschreibt der Hersteller in einem Bereich, wie genau Kakaobohnen angebaut werden und wie daraus Schokolade entsteht. Dabei wird auch kurz Bezug auf fairen Anbau genommen, dieser allerdings nicht näher thematisiert. Der Hersteller bezeichnet sein Produkt als „ökologisch-ästhetische Kunstform aus Schokolade“. Dabei wird erwähnt, dass die Schokolade heutzutage kein gesichtsloses Massenprodukt des Kapitalismus ist, sondern der ökologische und soziale Anspruch mehr in den Mittelpunkt rückt. EcoFinia erwähnt Bioanbau, faire Löhne und transparente Herstellung als Ziele bei der Schokoladenproduktion, leider findet man auf der Schokolade und der Homepage des Herstellers hierzu keine weiteren Informationen. Alles in allem fällt es mir also schwer, dieses Versprechen der Fairness komplett zu glauben: Ich will dem Hersteller keinen unfairen Handel vorwerfen, allerdings bleibt er in meinen Augen konkrete Beweise schuldig, beispielsweise wo die Quellen der einzelnen Schokoladensorten liegen, wie dort lokal die Arbeitsbedingungen sind und wie diese Bauern unterstützt werden. Die Formulierungen sind eher schwammig: Hier könnte man noch viel konkreter werden, das kommt auch beim Käufer gut an.

Preis-Leistung

Die Schokolade ist im Vergleich zu vielen anderen Produkten hier im Test sehr günstig: Eine Tafel ist bereits für 1,29 € pro Tafel online erhältlich. Das macht es für mich noch schwerer zu glauben, dass die Inhaltsstoffe der Schokolade tatsächlich aus fairem Anbau und unter Rücksichtnahme auf die Umwelt hergestellt wurden. Geschmacklich kann die Schokolade bei mir aber absolut punkten: Sie ist angenehm zart, nicht zu süß aber auch nicht unangenehm herb. Die Orangennote schmeckt außerdem sehr frisch und gefällt mir gut. Wer weniger auf solche Produkte steht, für den gibt es auch noch andere Schokoladen des Herstellers ohne Fruchtzugabe. Für seinen Preis bekommt man also als Konsument eine leckere Schokolade, da ich mir aber hinsichtlich der Fairness dieses Produkts nicht sicher sein kann, werde ich sie persönlich lieber meiden.

Inhaltsstoffe der Schokolade

Die Inhaltsstoffe des Produkts stammen aus kontrolliert biologischem Anbau, was eine gut Basis des Produkts ist. Den Hauptbestandteil macht natürlich Kakaomasse aus. Das Produkt enthält nämlich mindestens 70% Kakao. Die genaue Herkunft dieses Inhaltsstoffs kann nicht gefunden werden, allerdings bezieht der Hersteller seinen kompletten Kakao aus Südamerika. Die Kakaomasse wird gefolgt von Roh-Rohrzucker. Dieser macht sich auch geschmacklich bemerkbar: Das Produkt ist nämlich deutlich weniger herb als viele andere getestete Schokoladen mit ähnlichem Kakaogehalt. Eine 100 Gramm-Tafel enthält dabei 27 Gramm Zucker. Außerdem wird Kakaobutter bei der Herstellung eingesetzt. Lecithine als Bindemittel kommen hier scheinbar nicht zum Einsatz, was positiv hervorgehoben werden sollte! Den letzten Inhaltsstoff macht Orangenöl aus. Auch das ist natürlich super: Es wird also ein Öl, dass aus der Frucht gewonnen wurde, benutzt anstatt auf künstliche Geschmacksträger und -verstärker zurückzugreifen, um das Orangenaroma nachzuahmen. Die Inhaltsstoffe schneiden positiv ab!

3.16 Lovechock Süße Kakaonibs & Meersalz

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Beim Hersteller Lovechock handelt es sich nach Chocolonely um einen weiteren holländischen Chocolatier. Auch diese Firma stammt nämlich aus Amsterdam. Und auch hier wird vor allem Wert auf eine faire Schokolade gelegt. Die Verpackung ist bereits mit zahlreichen Siegeln und Zertifikaten übersät, online findet man noch weitere Informationen, dazu später aber mehr. Ich habe mich im Test für die Sorte Süße Kakaonibs & Meersalz entschieden. Diese Sorte erschien mir besonders lecker und ich habe auch hier, wie im gesamten Test, darauf geachtet, ein Produkt mit einem möglichst hohen Kakaoanteil zu testen. Wie sich dieses Lovechock-Produkt im Test macht, wie es schmeckt und was tatsächlich drin steckt, werden wir uns jetzt einmal näher ansehen!

Erster Eindruck

Die Tafel Schokolade des Herstellers wiegt 70 Gramm und ist daher nicht gerade ein Schwergewicht. Positiv fällt sofort auf, dass sie in einer Papierschachtel verpackt ist. Auf der unteren Hälfte sehen wir deshalb auch das Plastic Free Certification Mark, das wir schon von anderen Produkten kennen. Außerdem stammt das Produkt aus biologischem Anbau, was man am EU-Bio-Siegel festmachen kann. Als vegane Schokolade trägt sie auch die Veganblume als Siegel. Auf der Rückseite sehen wir noch eine Reihe weiterer Vermerke, beispielsweise das Siegel des TÜV Austria mit 4 Sternen. 4 Sterne bedeuten, dass mehr als 80% der verarbeiteten Inhaltsstoffe biologischen Ursprungs sind. Die Schokolade ist außerdem gluten- und laktosefrei, was beides auf fast alle veganen Schokoladen zutrifft. Zudem ist die Verpackung komplett kompostierbar! Sie trägt beispielsweise das PEFC-Logo. Auf der braun-hellblauen Schachtel lesen wir außerdem natürlich noch den Hersteller mit seinem Slogan „eat the world happier“ und die Produktbezeichnung. Neben der Nährwerttabelle und den Inhaltsstoffen war es das im Wesentlichen. Ein sehr positiver erster Eindruck!

Geschmack

Die Pappschachtel lässt sich sehr leicht öffnen, im Inneren wartet ein regelrechtes Farbfeuerwerk und eine hübsch verzierte Verpackung mit Kakaobohnen und Inka-Motiven. Die Schokoladentafel selbst weist gar keine Rippen auf, es handelt sich um ein Produkt, dass man selbst brechen muss. Beim Öffnen riecht die Schokolade sehr herb und sehr stark nach Kakao. Süße lässt sich im Geruch nicht ausmachen, das liegt natürlich am Kakaogehalt von 85%. Die Tafel ist angenehm dünn, nicht zu dick. Im Biss ist die Schokolade allerdings nicht primär herb, sie weist eine ganz leichte, süße Note auf. Beim Meersalz handelt es sich ebenfalls um eher kleine, grobe Stücke, die man erst zerbeißen muss, ihr Vorhandensein macht sich in der Konsistenz weniger bemerkbar. Die Schokolade unterscheidet sich allerdings wesentlich von allen anderen getesteten Produkten. Sie ist nicht fein und geschmeidig oder zartschmelzend, will das in meinen Augen aber auch bewusst nicht sein. Sie hat eine rohe, stückige, sehr grobe Konsistenz, was natürlich auch am Salz und den Kakaonibs liegt. Sie ist im ersten Moment leicht süß, das verfliegt aber mit der Zeit, in meinen Augen gerade süß genug, dass das Produkt nicht unangenehm herb wird. Sie hat einen ausgeprägten, salzig-kakaolastigen Geschmack. Die Sweet Nibs süßen das Produkt ein wenig und machen es knackiger. Eine aufgrund der Gröbe und des Geschmacks sehr experimentelle Schokolade, die aber auch genauso schmeckt, wie man sich 85% Kakao zusammen mit Meersalz vorstellt. Das liegt auch daran, dass es sich hier um eine rohe Schokolade handelt. Sie ist sehr natürlich produziert, wird beispielsweise nicht so lange und heiß geröstet, sodass der Kern der Kakaobohnen roh bleibt. Auch werden einige Schritte wie das Conchieren bei Lovechock bewusst ausgelassen. Das Produkt erfüllt als rohe Schokolade meine Erwartungen voll und ganz.

Fairness

Wie bereits angeklungen ist, legt der Hersteller große Wert auf faire Quellen des verwendeten Kakaos. Laut eigener Aussage will die 2009 gegründete Firma bewussten Lebensstil mit Freude am Genuss verbinden. Lovechock hat das Konzept, dem Körper der Konsumenten, dem Planeten Erde und den Kakaobauern etwas Gutes zu tun und Love zu geben. Deshalb werden langfristige Partnerschaften mit den Kakaobauern eingegangen und die Lieferkette des Produkts transparent gehalten. Der Hersteller setzt dabei nicht auf Fair Trade, sondern auf Direct Trade: Dies bedeutet, dass die Zutaten nicht an einer Rohstoffbörse eingekauft, sondern direkt vom Erzeuger abgenommen werden! So sollen auch möglichst viele Produktionsschritte bereits im Herkunftsland des Kakaos, nämlich Ecuador, geschehen. Die Weiterverarbeitung des Rohkakaos findet also direkt dort statt und nicht in einer Fabrik in Europa. So profitiert das Herkunftsland wirtschaftlich besonders von der Erzeugung. Bei Fairtrade-Zertifizierungen müssen Kakaobauern außerdem selbst Gebühr für eine Zertifizierung aufbringen, was bei Direct Trade wegfällt. Die ecuadorianischen Bauern arbeiten außerdem biodynamisch, bauen also auch noch andere Früchte neben Kakao auf ihren Flächen an: Dies führt natürlich zu höherer Biodiversität und ist deshalb super für die Umwelt! Pestizide werden natürlich auch nicht verwendet. Der Hersteller kann sein Produkt damit nicht mit einem Fairtrade-Siegel versehen. Auf den Marketing-Boost, den solch ein Siegel mit sich bringt, bewusst zu verzichten und einen eigenen Weg zu gehen, der transparent gemacht wird, spricht sehr für den Hersteller. Statt dem Fairtrade-Logo weist das Produkt allerhand andere Zertifizierungen auf: So ist die Verpackung beispielsweise nachweislich plastikfrei und aus hochwertigen, nachhaltigen Rohstoffen, das Produkt ist unter Bio-Standards hergestellt, natürlich auch vegan, und so weiter. Die Schokolade erfüllt also hohe Standards in Hinblick auf Mensch, Umwelt und Wirtschaft, die sich der Hersteller selbst auferlegt und transparent und glaubhaft nachweisen kann. Daher wirkt diese Schokolade enorm fair auf mich!

Preis-Leistung

Die Tafel Lovechock-Schokolade hat einen stolzen Preis: 70 Gramm Schokolade sind im Handel für knapp 3,50 € erhältlich. Damit ist sie relativ gesehen eines der teuersten Produkte in diesem Test! Wir haben aber auch gelernt, dass der Hersteller große Sorgfalt bei der Herstellung seiner Schokolade walten lässt und sich dabei nicht an Fairtrade-Richtlinien orientiert sondern eigene Pläne und Konzepte verfolgt. Diese sind allerdings recht ambitioniert, die Bauern werden für ihre Kakaoproduktion auch fair bezahlt. Diese ausgewählten Inhaltsstoffe sind es, die das Lovechock-Produkt so teuer machen. Auch hier gilt für mich wieder: Natürlich ist die Schokolade rein von den Zahlen her sehr teuer. Will man aber ohne schlechtes Gewissen genießen und faire Arbeitsbedingungen und Umweltschonung unterstützen, dann sollte man wenig konsumieren, dafür aber bewusst zu Produkten wie diesem greifen. Der Preis ist also sehr hoch, das aber nicht unbegründet sondern vertretbar.

Inhaltsstoffe der Schokolade

Alle für die Schokolade verwendeten Zutaten bis auf das Meersalz stammen aus kontrolliert biologischem Anbau. Den größten Bestandteil macht natürlich die Kakaomasse aus. Bei dieser Schokolade handelt es sich um ein Produkt mit einem Kakaoanteil von 85% mindestens. Diese stammt aus Ecuador und aus fairem Anbau nach Standards, die der Hersteller selbst konzipiert hat. Natürlich kommt auch Kakaobutter zum Einsatz. Zur Süßung wird Kokosblütenzucker verwendet. Auch Datteln dienen der Süßung und machen die Schokolade geschmacklich vollmundiger und gehaltvoller. Die Schokolade enthält 6% Kakaosplitter (Kakaonibs): Man merkt das vor allem an der Konsistenz des Produkts. Als natürliches Süßungsmittel wird Lucumapulver verwendet. Es stammt ebenfalls aus Südamerika und wird auch „Gold der Inkas“ genannt. Vor allem auf Verdauung oder Immunsystem kann es sich positiv auswirken, aufgrund der geringen Menge dürfte dies allerdings nicht der Fall sein. Mit 0,7% ist Meersalz der letzte Inhaltsstoff der Schokolade.

3.17 Easis dunkle Schokolade

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Der Hersteller dieser Schokolade verziert seine Produkte mit einem grinsenden Smiley. Die Schokolade kommt in einer eher einfach gehaltenen Verpackung, dazu später aber mehr. Dieses Muster trifft scheinbar auf alle Produkte des Herstellers zu: Überall ist der Lachsmiley zu sehen und alle Lebensmittel weisen eine eher spartanische Verpackung auf. Neben der dunklen Schokolade sind auch noch gefüllte Kekse und Chips online erhältlich. Auf der eigenen Homepage von Easis kann man von Getränken über Deftiges bis hin zu Süßem so ziemlich alles finden, was das Herz begehrt. Die Philosophie des dänischen Herstellers ist es, seinen Produkten keinen Zucker zuzusetzen: In der heutigen Welt, in der Übergewicht und ungesundes Essen omnipräsent sind, wolle man Leuten zu einem gesünderen Lebensstil helfen. Wie die dunkle Schokolade des Herstellers im Test abschneidet, nehme ich jetzt genauer unter die Lupe.

Erster Eindruck

Wie bereits angekündigt, ist die Verpackung der Schokolade nicht allzu spannend. Auf der Vorderseite sehen wir relativ mittig ein Bild des Produkts selbst, außerdem das Logo des Herstellers. Bereits hier wird darauf hingewiesen, dass die Schokolade ohne Zuckerzusatz auskommt und stattdessen mit Stevia gesüßt wird. Auch eine Nährwerttabelle sehen wir bereits auf der Vorderseite, die dieses Versprechen untermauern soll. Für die Verpackung wurde Pappe verwendet, was bei mir super ankommt. Auf der Rückseite der weißen und goldfarben umrandeten Schachtel sehen wir außerdem die Liste der Inhaltsstoffe neben einer ausführlicheren Nährwerttabelle. Bis jetzt ist mir noch kein Biosiegel oder Fairtrade-Logo aufgefallen. Das Produkt trägt allerdings auf der Rückseite den Hinweis, dass man sich am Programm „Cocoa Horizons“ von Barry Callebaut, eines der größten Schokoladenproduzenten der Welt, beteiligt. Dazu später aber noch mehr. Alles in allem macht die Verpackung also einen durchwachsenen Eindruck: Die Verpackung ist zwar aus Papier, was für mich ein Pluspunkt ist. Allerdings kann die Schokolade auf den ersten, äußeren Blick keinen Nachweis von fairem Handel liefern, das angegebene Logo macht aufgrund der Marktmacht von Callebaut auch erst einmal stutzig.

Geschmack

Leider ist die Schokolade im Inneren der Verpackung dann noch einmal in eine glänzend silberne Kunststofffolie gehüllt. Wenn man diese öffnet, riecht man einen relativ starken Kakaogeruch, der allerdings ein geschmacklich herbes Produkt erahnen lässt. Die Schokolade riecht eher weniger vollmundig und weich, sondern eher herber. Im Biss ist das Produkt überraschend zart, nach wenigen Bissen zerläuft die Schokolade angenehm im Mund. Sie ist dabei tatsächlich eher herb, auch leicht bitter, allerdings nicht unangenehm. Das Produkt ist weniger süß, hat aber dennoch einen starken, ausgeprägten Kakaogeschmack. Das liegt nicht zuletzt an den 60% Kakaogehalt des Produkts. Die zartschmelzende Schokolade würde ich als Edelbitter bezeichnen: Sie hat durch den Kakao ausgeprägte Bitteraromen, ist durch die Süßungsmittel aber nicht zu unangenehm herb. Die Süße dominiert nicht, stattdessen eher ein angenehmer, mild-herber Kakaogeschmack. Das Produkt schmeckt ausgereift und vollständig, es handelt sich in meinen Augen um eine vollmundige und leckere Bitterschokolade.

Fairness

Das Produkt trägt lediglich das Siegel des Cocoa-Horizons-Programms, deshalb wollen wir uns darauf fokussieren. Die Initiative möchte Kakao-Kleinbauern dabei unterstützen, Wohlstand zu generieren und selbstversorgende Landwirtschaft in Quellländern des Kakaos aufbauen. Wissen soll hier konkret weitergegeben und Infrastruktur ausgebaut werden. Die Stiftung konzentriert sich dabei auf drei Schwerpunkte: Produktivität, Umwelt und Gemeinschaft. Die Kakaobauern sollen dabei lernen, effektiv zu landwirtschaften und davon auch profitieren. Außerdem soll der angebaute Kakao beispielsweise ohne Abholzung gewachsen sein. Auch hat sich die Iniative zum Ziel gemacht, Kinderarbeit zu verhindern. Zweimal jährlich gibt es Berichte über Fortschritte und welche Aktivitäten momentan verfolgt werden. Dabei fehlen aber in meinen Augen konkrete Zahlen und Fakten, welche Früchte die Aktivitäten tragen, beispielsweise wie viele Schulen bereits gebaut werden konnten oder wie viele Bäume gepflanzt werden konnten, wie viele Hektar vor Abholzung gerettet wurden oder Ähnliches. An den Stellen, an denen der Hersteller Zahlen nennt, handelt es sich in meinen Augen oft eher um magere Errungenschaften. So wird beispielsweise angegeben, dass 40% der Kakaoproduzenten über der Armutsgrenze liegen oder dass ein Anstieg von 182% von Kindern erreicht werden konnte, die an einer Umfrage zu Kinderarbeit teilnehmen. Das sind in meinen Augen keine zufriedenstellenden Zahlen oder Kennwerte für besondere Errungenschaften. Natürlich bietet das Programm auch viele Vorteile, beispielsweise finden Schulungen im Bereich Umweltschutz statt oder Öfen zum Kochen werden an Kakaoproduzenten verteilt. Dennoch habe ich das Gefühl, dass das Programm weniger strenge Standards festlegt als andere Zertifizierungen auf dem Markt.

Preis-Leistung

Die Schokolade ist als 85-Gramm-Tafel online für 3,80 € erhältlich. Auf der Hersteller-Homepage wird zwar angegeben, die Schokolade sei „in stock“, also verfügbar, allerdings kann sie nicht bestellt werden, da diese Unterseite scheinbar nicht fertig programmiert wurde. Das ist in meinen Augen symptomatisch für die Schokolade, da dieses Verhalten auch bei der Fairness erkennbar ist. Auch die Teilnahme am Cocoa Horizons-Programm ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung, leider wird eine faire Produktion des verwendeten Kakaos aber für mich nicht konsequent genug verfolgt. Geschmacklich kann mich die Schokolade allerdings durchaus überzeugen: Man erhält ein feinherbes Produkt, das eine angenehme da eher geringe Süße aufweist. Es ist angenehm mild-herb und dabei nicht zu bitter, das Kakaoaroma ist ausgeprägt. Mit Blick auf die Fairness schleicht sich bei mir als Kunde allerdings eine gewisse Skepsis gegenüber des Produkts ein. Bei einem stolzen Preis von 3,80 € für eine 85 Gramm schwere Tafel dieser Schokolade bin ich deshalb eher abgeneigt von einem erneuten Kauf.

Inhaltsstoffe

Die Liste der Inhaltsstoffe der Schokolade ist tatsächlich relativ umfangreich: Sie wird angeführt von Kakaomasse. Das Produkt enthält mindestens 60% davon, die Herkunft wird leider nirgends angegeben, für mich ein Zeichen mangelnder Transparenz. Der nächste Inhaltsstoff ist der Ballaststoff Dextrin. Es handelt sich dabei um einen Mehrfachzucker, der aus Mais oder Weizen gewonnen wird. Der Stoff kann verdauungsfördernd wirken. Auch Kakaobutter ist natürlich enthalten. Der Hersteller wirbt damit, dass kein Zuckerzusatz im Produkt steckt. Daher kommen 8,4% Erythrit zum Einsatz. Der Süßstoff ist unbedenklich und wird zu einem Großteil unverändert ausgeschieden. Dennoch ist der Stoff nicht unumstritten, da die Reststoffe sich auf den Körper auswirken können. Als weitere Ballaststoffe sind Inulin und Oligofructose angegeben. Diese dienen ebenfalls zur Süßung. Inulin wirkt sich als Präbiotikum positiv auf die Darmtätigkeit aus. Die Oligofructose hat eine eher geringe Süßungskraft und wirkt sich ebenfalls positiv auf die Darmflora aus. Die Schokolade enthält Kakaopulver und den Emulgator Sojalecithin, welcher zur Bindung von Fett und Wasser benötigt wird. Als Säureregulator wird Kaliumcarbonat (E501i) genutzt. Das Backtriebmittel kommt beispielsweise auch in Backpulver vor: Es wird synthetisch aus Kohlendioxid gewonnen. Zuletzt kommt noch Vanillearoma und ein weiteres Süßungsmittel, nämlich Glycolid, vor. Alles in allem ist die Liste der Zutaten also eher weniger natürlich, wie es von einem Produkt, dass auf natürlichen Zucker verzichtet, zu erwarten ist: Tatsächlich haben 100 Gramm der Schokolade nur schlanke 2,4 Gramm Zucker. Dafür sind aber auch die Inhaltsstoffe wenig natürlich.

3.18 Hachez Cocoa Premier Cru

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Beim Hersteller Hachez handelt sich es nun wieder um eine bekanntere Marke: Die Schokoladen findet man in vielen Supermärkten und Drogerien, sie sind eher dem höheren Preissegment zuzuordnen. Hinter Hachez verbirgt sich der Bremer Hersteller „Hanseatisches Chocoladen Kontor“. Zu dem Portfolio des Herstellers gehört außerdem noch die Marke Feodora. Bereits 1890 wurde der Chocolatier gegründet, befindet sich aber seit 2012 in der Hand des dänisches Konzerns Toms. Heute haben wir eine Schokolade mit 88% Kakaogehalt im Test, also ein Produkt, dass einen sehr herben Geschmack vermuten lässt. Ob dem tatsächlich so ist, welche Inhaltsstoffe in der Schokolade stecken und ob diese aus fairem Anbau stammen, werden jetzt einmal genauer unter die Lupe nehmen!

Erster Eindruck

Die Schokolade ist in einer dunklen Pappschachtel verpackt erhältlich. Darunter ist die Schokolade noch einmal in eine Aluminiumfolie verpackt. Dies ist zwar schlechter als eine plastikfreie Verpackung, aber wesentlich besser als eine in Kunststoff gehüllte Schokolade, was bei mir sehr gut ankommt. Klar zu bemängeln ist, dass die Schokolade keinen Hinweis auf fairen Handel oder die Herkunft der Inhaltsstoffe, insbesondere des Kakaos, liefert. Sie scheinen nicht einmal aus biologischem Anbau zu stammen, ein klarer Nachteil. Auf der Vorderseite der Schachtel lesen wir neben einigen Schokoladenstückchen noch einmal den mit 88% sehr hohen Kakaoanteil. Die Schokolade soll dennoch nicht zu herb schmecken, der Hersteller bezeichnet sie als edelbitter. Hachez gibt außerdem die Geschmacksnuancen des Produkts an, demnach soll die Schokolade mit einer überwältigenden Aromenvielfalt punkten und intensiv-würzig schmecken. Auf der Rückseite können wir ein paar Eckpunkte der Firmengeschichte lesen. Neben der Nährwerttabelle und den Inhaltsstoffen bietet die Verpackung keine weiteren relevanten Infos. Aufgrund des fehlenden Nachweises einer fairen Herstellung und der Herkunft des Kakaos schneidet die Schokolade bei mir auf den ersten Blick eher schlecht ab.

Geschmack

Beim Öffnen der Folie hat man direkt eine optisch sehr dunkle Schokolade vor sich. Der Geruch ist relativ herb, die Schokolade hat ein ausgeprägtes Kakaoaroma. Im Biss ist das Produkt eher fest, schmilzt aber nach kurzem Kauen angenehm im Mund. Man schmeckt, dass die Schokolade 88% Kakao enthält. Das Produkt ist dabei nicht süß und nicht mit einer Süßigkeit oder Milchschokolade zu vergleichen. Es dominiert ein starker, leicht fruchtiger Kakaogeschmack. Die dunkle Schokolade schmeckt eher schwer und würde sich in meinen Augen zu einer Flasche dunklem Rotwein eignen. Die Beschreibung des Herstellers – intensiv und subtil – kann ich so unterstreichen. Die Schokolade schmeckt insofern intensiv, als dass der Kakaogeschmack deutlich heraustritt und besonders authentisch und rein schmeckt, da er nicht beispielsweise durch intensive Süßung verfälscht wird. Die Schokolade schmeckt aber auch subtil, da sie nicht unangenehm herb oder bitter ist. Das Produkt ist zwar kaum süß, man schmeckt lediglich herben Kakao, dennoch kann man die Schokolade aber gut genießen und schmeckt keine übertriebene Bitternote oder ein unangenehm herbes Aroma. Der Geschmack überzeugt mich, man kann die Schokolade gut genießen!

Fairness

Hier wird es interessant: Wie bereits angesprochen lassen sich auf der Verpackung selbst ja keine Anzeichen für fairen Handel oder Ähnliches finden. Die Zutaten der Schokolade scheinen nicht einmal aus kontrolliert biologischem Anbau zu stammen. Auf der Homepage von Hachez können wir allerdings Informationen zur Nachhaltigkeit finden. Da das Unternehmen seit 2012 zur Toms-Gruppe gehört, verfolgt es auch deren Nachhaltigkeitsstandards. Hachez ist Mitbegründer des Forums Nachhaltiger Kakao, dessen Ziele beispielsweise Verbesserung der Lebensbedingungen der Kakaobauern, Schonung von Ressourcen oder Vermeidung von Regenwaldabholzung sind. Diese Initiative bietet in meinen Augen einen Mehrwert, es wird beispielsweise online berichtet, welche Maßnahmen umgesetzt werden und was geplant ist. Das Forum ist mit einem Nachhaltigkeitspreis der Zeitung „Zeit“ ausgezeichnet und kann über seine Aktivitäten nachvollziehbar berichten. Es macht einen eher guten, wenn auch auf mich nicht komplett transparenten Eindruck. Auch das Cocoa Horizons-Programm wird von Hachez unterstützt, zu dem ich bereits beim vorangehenden Produkt kritisch Stellung bezogen habe. In meinen Augen wird dieses Programm zu wenig konkret und Kakaobauern erfahren hier nicht genug Unterstützung. Auch auf Palmöl wird bei den Schokoladen-Tafeln von Hachez verzichtet, es kommt ausschließlich Kakaobutter zum Einsatz. Dies ist zwar aus Umweltperspektive löblich, allerdings eher Standard als Besonderheit. Zulieferer von Hachez müssen einen Verhaltenskodex unterschreiben, der beispielsweise festlegt, dass Menschenrechte und Arbeitsnormen eingehalten werden. Auch mit der Natur soll nachhaltig umgegangen werden. Inwiefern diese Einhaltung auch geprüft wird und ob Kontrollinstanzen existieren wird nicht näher beschrieben. Auch welche konkreten Maßnahmen aus Sicht des Umweltschutzes von den Zulieferern ergriffen werden sollen wird nicht beschrieben. Die Firma unterstützt außerdem die Cocoa & Forest Initiative, die einer Rodung des Regenwalds entgegenwirken soll. Die Initiative wird von 35 großen Chocolatiers, die 85% der globalen Kakaoernte in ihren Produkten verarbeiten, unterstützt. Südamerika ist bei dieser Initiative außen vor, man legt den Fokus auf Afrika. Hier fehlen aber in meinen Augen genügend konkrete Zahlen, die die Errungenschaften der Initiative untermauern können. Zusammenfassend bildet sich bei mir folgender Eindruck: Das Unternehmen ist Gründungsmitglied des Forums Nachhaltiger Kakao, welches seine Praktiken und Errungenschaften mit Belegen untermauern kann, allerdings scheinbar auch keine zu hohen Standards setzt. Auch die anderen unterstützten Alternativen werden in meinen Augen nicht in ausreichender Form tätig. Ich stehe dem Produkt von Hachez in Sachen Nachhaltigkeit und Fairness daher eher skeptisch gegenüber: In meinen Augen engagiert man sich, man könnte dem Thema Fairness aber noch mehr Bedeutung zukommen lassen und stärker tätig werden.

Preis-Leistung

Die Tafel Hachez-Schokolade ist im Handel für 2,49 € erhältlich. Die 100 Gramm-Tafel gehört damit zu den günstigeren Produkten in diesem Test, ist im Vergleich mit Supermarkt-Schokolade aber eher teuer. Dafür bekommt man ein Produkt, das geschmacklich punkten kann: Die Schokolade ist angenehm zartschmelzend und hat ein starkes-intensives Kakaoaroma, schmeckt kräftig und mit 88% Kakaoanteil natürlich weniger süß. Hinsichtlich der Fairness habe ich allerdings bei dieser Schokolade etwas Bedenken: Der Hersteller Hachez engagiert sich gleich in mehreren Initiativen. Diese sind meiner Auffassung nach aber allesamt nicht außerordentlich streng oder setzen enorm hohe Standards. Auf nur wenig hohe Standards hinsichtlich Fairness des Produkts deutet auch hin, dass auf der Schokolade die Herkunft des Kakaos nicht transparent gemacht wird oder die Zutaten scheinbar nicht einmal aus biologischem Anbau stammen. Mein Fazit: Hinsichtlich des Geschmacks stimmt die Leistung zu diesem Preis absolut. Wenn man die Fairness und nicht biologische Herkunft der verwendeten Zutaten miteinbezieht, würde ich mich eher gegen das Produkt entscheiden

Inhaltsstoffe

Aufgrund des sehr hohen Kakaogehalts der Hachez Schokolade ist die Liste der Inhaltsstoffe natürlich auch vergleichsweise knapp. Wie bereits angesprochen stammen diese nicht aus kontrolliert biologischem Anbau. Die Hauptzutat ist natürlich Kakaomasse, die Schokolade enthält 88% Kakao. Die Herkunft des Kakaos lässt sich ebenfalls nicht genau herausfinden. Die nächste Zutat auf der Liste ist Kakaobutter, gefolgt von einem Emulgator zur Bindung des Fetts eben dieser Butter und Feuchtigkeit. Hier wird aber nicht genau angegeben, um welches Bindemittel es sich handelt: Gängig sind Sojalecithin oder Sonnenblumenlecithin, hier sind lediglich „Lecithine“ zu lesen. Auch Zucker steht auf der Liste der Inhaltsstoffe: Mit nur 8,6 Gramm Zucker pro 100 Gramm ist der Gehalt erwartungsgemäß gering, die Schokolade ist eher herb. Abgerundet wird die Liste der Inhaltsstoffe von Bourbon-Vanilleextrakt, welcher geschmacklich nicht in Erscheinung tritt.

3.19 Jeden Tag Zartbitter Schokolade

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Mit dieser Zartbitter-Schokolade der Marke Jeden Tag kommt seit langem einmal wieder eine Schokolade zu uns, die nicht in einer Pappschachtel verpackt ist. Die Schokolade wurde hergestellt für die ZHG Zentrale Handelsgesellschaft aus Offenburg. Das Unternehmen hat sich vor allem auf die Fahne geschrieben, günstige Produkte anzubieten. Das Sortiment ist enorm breit gefächert und reicht von Lebensmitteln über Getränke bis hin zu Waschmitteln. Der Hersteller bietet seine Konsumgüter in vielen Supermärkten wie Familia oder Real an, außerdem sind die Produkte auch online erhältlich. Ob die Schokolade geschmacklich überzeugen kann, welche Inhaltsstoffe darin stecken und ob diese trotz des geringen Preises, für den die Süßigkeit zu haben ist, fair produziert wurden, nehmen wir jetzt genauer unter die Lupe!

Erster Eindruck

Der Mutterkonzern der Marke Jeden Tag hat seinen Sitz in der Schweiz, deshalb trägt die Schokolade alle Schriftzüge auf deutsch und italienisch. Leider handelt es sich um eine Plastikverpackung, die ich in Hinblick auf die Umwelt nicht gutheißen kann. Auf der Vorderseite der roten Verpackung sehen wir neben dem Namen des Herstellers und der Produktbezeichnung noch ein Bild der Schokolade selbst. Auf der Folie der 100 Gramm Packung sehen wir leider kein Bio-Siegel, ein Fairtrade-Siegel sucht man ebenfalls vergebens. Die Schokolade enthält jedoch UTZ-zertifizierten Kakao, dazu später aber noch mehr. Auf der Rückseite sehen wir Nährwerttabelle und Inhaltsstoffe wie gewohnt, dazu noch einmal das UTZ-Siegel. Sonst enthält die Verpackung keine nennenswerten Anhaltspunkte, Barcode und Haltbarkeitsdatum sind wie auf jedem anderen Produkt ebenfalls enthalten. Aufgrund der Plastikverpackung und fehlender Siegel auf der Schokolade macht das Produkt auf mich einen schlechten Eindruck.

Geschmack

Nach dem Öffnen der Plastikverpackung schlägt mir direkt ein sehr intensiver Kakaoduft entgegen. Die Schokolade riecht relativ herb und kräftig, ist optisch auch sehr dunkel. Das Produkt ist sehr bissfest, wird aber beim Kauen schnell weich und cremig, cremiger als viele andere zuvor getestete Schokoladen. Aufgrund des Kakaogehalts, der mit 50% im Vergleich zu anderen Produkten im Test eher gering ist, schmeckt die Schokolade sehr süß. Die Schokolade kommt in gewohnter Rippenform und ist eher als Süßigkeit anzusehen anstatt als edles Genussprodukt. Das Kakaoaroma ist in der Schokolade durchaus merklich, tritt aber nicht so sehr in den Vordergrund. Die bissfeste Schokolade gefällt mir in der Konsistenz sehr gut: Das Knackige schwindet schnell und sie wird angenehm cremig. Im Geschmack ist die Schokolade eher nicht herb, auf gar keinen Fall ist sie bitter. Aufgrund der starken Süße würde ich sie nicht mit den anderen Produkten im Test, die teilweise einen sehr hohen Kakaogehalt aufweisen, vergleichen. Mir schmeckt sie als Süßigkeit relativ gut, wenn man als Konsument großen Wert auf intensive Kakaoaromen, Vollmundigkeit und Fruchtigkeit legt, wird man mit dieser Schokolade wohl nicht glücklich werden.

Fairness

Die Schokolade von Jeden Tag kann nur mit der UTZ-Zertifizierung punkten. Dabei handelt es sich um eine Stiftung aus Amsterdam, die neben Kakao vor allem auch Kaffeebohnen zertifiziert. UTZ unterhält das weltweit größte Programm für die Zertifizierung von Kakao und wird gerne von Großkonzernen genutzt. Das Label stellt dabei vor allem eher geringe Anforderungen an die Hersteller: So kann es beispielsweise zu Lücken bei den Transportwegen kommen. Diese mangelnde Rückverfolgbarkeit sorgt natürlich für Intransparenz und damit zurecht für Skepsis. Auch andere Beispiele zeigen, dass das Siegel nicht zu den vertrauensvollsten Zertifizierungen gehört: So werden Kakaobauern beispielsweise keine Mindestpreise für ihren Kakao gezahlt. Sie sollen zwar mit Prämien vergütet werden, die Höhe ist aber nicht festgelegt. Aufgrund dieser laxen Kriterien ist das Siegel also in meinen Augen nicht besonders verlässlich, wenn man großen Wert auf fairen Kakao legt. Deutlich besser wären beispielsweise Zertifizierungen wie Gepa, das Fairtrade-Siegel oder Demeter. Da die Jeden Tag-Schokolade diese aber nicht aufweist, fällt es mir sehr schwer zu glauben, dass beispielsweise faire Löhne gezahlt oder der Abholzung von Regenwald aktiv entgegengewirkt wird.

Preis-Leistung

Wie die Optik und der Geschmack dieses Produkts vielleicht schon erahnen lassen, ist es im absoluten Niedrigpreissegment anzusiedeln. Die Jeden Tag-Schokolade ist schon für 0,49 € erhältlich. Das rückt faire Löhne für Kakaobauern in weite Ferne und macht es für mich gänzlich unglaubwürdig, dass diese Schokolade nachhaltigen Ursprungs sein soll. Geschmacklich kann mich das Produkt einigermaßen überzeugen: Als süße, vegane Nascherei ist es absolut in Ordnung. Wenn man hohe Ansprüche an Schokolade stellt, ein vollmundig, intensiv aromatisches Genussprodukt erwartet, dann sollte man diese Schokolade eher meiden. Mein Fazit lautet: Das Produkt, dass man erhält, ist seinen Preis mehr als wert, für 49 Cent kann man keine Schokolade erwarten, die neue Maßstäbe setzt. Berücksichtigt man allerdings den Aspekt von Fairness und Nachhaltigkeit, würde ich nahezu ausschließen, dass sich darum ernsthaft gekümmert wurde. Daher ist diese Schokolade in meinen Augen zu meiden.

Inhaltsstoffe

Auch hier gibt es wenig Neues von der Jeden-Tag-Schokolade: Sie unterscheidet sich wenig von den anderen Produkten. Die Hauptzutat ist natürlich Kakaomasse. Das Produkt enthält mindestens 50% davon. Diese wird direkt gefolgt von Zucker, was man auch ganz deutlich schmecken kann: Hier kommt wesentlich mehr Zucker zum Einsatz als bei anderen getesteten Produkten. Der Zuckeranteil liegt bei stolzen 48 Gramm pro 100 Gramm Tafel. Natürlich ist auch Kakaobutter im Produkt enthalten, die für besseren Schmelz und eine glänzendere Optik der Oberfläche sorgt. Zur Bindung von Fett und Wasser wird natürlich wieder ein Emulgator benötigt, hier kommt Sojalecithin zum Einsatz. Abgerundet wird die Liste der Inhaltsstoffe durch Vanilleextrakt, der das Produkt etwas milder macht. Hier gibt es also keine Zusatzstoffe oder negativ Auffallendes. Das Produkt kann hier punkten.

3.20 Chokay Almond Seasalt

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Mit der Schokolade des Herstellers Chokay kommt nun ein weiteres holländisches Produkt zu uns. Die Firma bietet allerlei Süßigkeiten an, neben Schokolade sind beispielsweise noch Trockenfrüchte oder überzogene Nüsse erhältlich. Die Schokoladen der beiden Gründer Lars und Bart haben eine besondere Eigenschaft: Sie enthalten keinen zugesetzten Zucker! Schon mit dem Namen Chokay wollen sie suggerieren, dass es keine Bedenken hinsichtlich ihres Produkts gibt: Man muss nach dem Genießen kein schlechtes Gefühl haben und auch die Zutaten sollen nachhaltig und „okay“ sein. Nach eigener Aussage sieht sich Chokay nicht wirklich als Firma: Man versucht nur, die Vision, leckere Schokolade ohne Zuckerzusatz zu produzieren, gemeinsam mit treuen und bewussten Konsumenten umzusetzen. Ob das Produkt des holländischen Kakaoproduzenten auch geschmacklich punkten kann und was tatsächlich drin steckt, nehmen wir jetzt genauer unter die Lupe!

Erster Eindruck

Die Chokay-Schokolade ist in einer beschichteten Papierverpackung erhältlich. Leider lässt sich weder anhand der Verpackung noch online herausfinden, ob es sich bei der Beschichtung um Plastik oder um etwas anderes aus natürlichem Ursprung handelt. Die Verpackung selbst ist für meinen Geschmack hübsch designt, auf der rot-braunen Vorderseite sehen wir den Namen des Herstellers und die Produktbezeichnung, gesäumt von Illustrationen von Mandeln und Kakaobohnen. Hier fällt deutlich das Werteversprechen des Herstellers auf: Das Produkt kommt ohne zugesetzten Zucker aus. Auch sehen wir bereits die UTZ-Zertifizierung. Leider ist dies das einzige Siegel auf der Schokolade, es gibt keinen Hinweis auf Fair Trade oder biologischen Ursprung der Inhaltsstoffe. Mehr zur Fairness und zu den Inhaltsstoffen später noch. Auf der Rückseite lesen wir noch einen Hinweis auf die UTZ-Zertifizierung und eine Beschreibung des Geschmacks der belgischen Schokolade. Neben der üblichen Nährwerttabelle und den Inhaltsstoffen war es das schon. Die Schokolade macht einen eher durchwachsenen Eindruck: Die Verpackung scheint zwar umweltfreundlich da plastikfrei zu sein, allerdings findet man dazu keinen Hinweis. Auch wirbt die Schokolade mit Liebe für den Planeten und andere Personen, kann allerdings kein Fairtrade-Logo aufweisen, der Kakao stammt lediglich aus UTZ-Quellen. Mehr dazu aber wie gesagt später. Ich bin allerdings etwas skeptisch.

Geschmack

Nach dem Öffnen sehen wir eine Schokolade, die einen sehr dunklen Braunton trägt. Sie weist ein intensives Nuss- und Kakaoaroma auf. Die Form ist eher unkonventionell, da die Schokolade relativ breit und vergleichsweise dick ist. Auf der Vorderseite sehen wir den Namen des Herstellers in die Tafel gedruckt. Im Geschmack ist die Schokolade nicht übermäßig süß: Man schmeckt ganz deutlich das verwendete Meersalz heraus, das Produkt ist aber auch nicht salzig. Es überwiegt hier doch eher das süße Aroma, vor allem schmeckt die Schokolade aber sehr stark nach Kakao. Es werden ganze Mandeln verwendet, die dem Produkt mehr Biss geben und die Schokolade noch knackiger machen. Geschmacklich machen sie sich in meinen Augen wenig bemerkbar, sie machen das Produkt durch ihren Fettgehalt höchstens noch etwas vollmundiger und milder. Der Kakaogehalt der Schokolade liegt bei stolzen 74%, dennoch schmeckt sie nicht unangenehm herb oder bitter: Sie schmeckt in erster Linie intensiv nach Kakao, dabei aber auch unerwartet süß. Die Süße wird gut ergänzt von dem enthaltenen Meersalz, bei jedem Biss kann entweder salziges oder süßes Aroma überwiegen! Ich empfinde die Schokolade von Chokay als vollmundig-kakaohaltiges Produkt, dass nicht zu süß aber auch nicht zu salzig ist. Es ist nicht zu herb und zu bitter, befindet sich für mich genau im richtigen Bereich.

Fairness

Die Chokay-Schokolade trägt äußerlich, wie das Produkt von Jeden Tag, nur das Siegel für UTZ-Certified Kakao. Zu dem UTZ-Siegel habe ich ja bereits kritisch Stellung bezogen. Es handelt es sich dabei zwar um das größte, aber um ein eher lasches Zertifizierungsprogramm im Vergleich zu beispielsweise Fairtrade oder Gepa. UTZ weist beispielsweise Lücken in der Nachverfolgbarkeit des Ursprungs des Kakaos auf. Das zeigt sich beispielsweise daran, dass auf der Verpackung der Chokay-Schokolade keine klare Herkunft des Kakaos angegeben wird. Der Hersteller selbst verweist auf seiner Homepage auf die UTZ-Zertifizierung, gibt aber darüber hinaus keine Details zum Thema Nachhaltigkeit zum Besten. UTZ wird von vielen Schokolade produzierenden Großkonzernen genutzt und gilt beispielsweise deshalb nicht als besonders streng, da Gentechnik beim Kakaoanbau nicht verboten wird. Die Kakaobauern erhalten auch keine Mindestpreise für den angebauten Kakao. Die Marke Chokay scheint auf den Verpackungen und im Internet das Image zu pflegen, Nachhaltigkeit und Liebe zum Planeten und den Mitmenschen groß zu schreiben. Dafür dass die Schokolade aber lediglich das UTZ-Logo trägt und keine weiteren Einblicke in die Aktivitäten für faire Löhne und nachhaltige Herstellung bietet, tut sie dem Markenimage in meinen Augen nicht Genüge.

Preis-Leistung

Die belgische Schokolade mit Mandeln und Meersalz von Chokay ist für 3,15 € erhältlich. Die 100 Gramm schwere Tafel ist damit wohl eher als teuer zu bezeichnen, hier im Test liegt der Preis absolut im Rahmen. Geschmacklich bekommt man ein sehr überzeugendes Produkt: Die ganzen Mandeln machen die Schokolade sehr hochwertig und knackig in der Konsistenz. Das Meersalz macht das Produkt weniger süß, die Schokolade hat einen angenehmen, süß-salzigen und knackigen Geschmack. Der Kakao schmeckt intensiv-aromatisch und reiht sich gut in den süß-salzigen Geschmack ein. Hinsichtlich der Fairness hat mich das Produkt eher getäuscht. Die Schokolade suggeriert, dass Wert auf fairen und nachhaltigen Kakaoanbau gelegt wird. Das wird auch auf der Verpackung direkt angesprochen. Leider trägt das Produkt aber lediglich das UTZ-Siegel. Dieses setzt weit hohe Standards und steht in meinen Augen nicht ausreichend für faire Entlohnung der Kakaobauern und schonenden Umgang mit der Umwelt ein. Weitere Angaben bezüglich fairem Handel und Nachhaltigkeit macht der Hersteller nicht. Geschmacklich ist die Schokolade für mich also Top, hinsichtlich der Fairness hat es mich aber nicht überzeugt.

Inhaltsstoffe

Auch hier ist der größte Bestandteil natürlich wieder Kakaomasse: Die Schokolade hat einen Kakaoanteil von 74%. Als Ballaststoff wird Inulin angegeben. Ballaststoff deshalb, da es sich auf die Darmflora durch die Bildung nützlicher Bakterien positiv auswirken kann. Bei übermäßigem Verzehr wirkt es abführend. Außerdem dient der Ballaststoff zur Süßung der Schokolade. Auch hier darf Kakaobutter nicht fehlen. Statt Zucker süßt der Hersteller mit Süßungsmitteln, es werden Maltit und Stevioglykoside genutzt. Maltit (E 965) wird aus Malzzucker bezogen und hat geringere Süßkraft als handelsüblicher Zucker. Dafür kann er aber mit wesentlich weniger Kalorien punkten. Stevioglykoside sind die Süßstoffe der Stevia-Pflanze. Sie sind 200 bis 400 mal süßer als Haushaltszucker und dürfen Lebensmitteln als E 960 zugesetzt werden. Die Süßungsmittel machen sich auch in der Nährwerttabelle bemerkbar: Eine Tafel Schokolade enthält lediglich 2,8 Gramm Zucker! Dafür sind aber 28,6 Gramm Ballaststoffe enthalten, zu denen auch das Süßungsmittel Inulin zählt. Mager-Kakaopulver wird in der Schokolade für zusätzliches Kakaoaroma verwendet. Es kommt außerdem 1% Meersalz zum Einsatz. Dieses sticht in einem süßen Produkt natürlich ganz deutlich heraus. Als Emulgator wird Sojalecithin verwendet, welches wir mittlerweile schon gut kennen, außerdem natürliche Aromen. Eine positive Eigenschaft: In der Schokolade kommen 25% ganze Mandeln vor! Der Hersteller verwendet außerdem Gummi arabicum (E 414), das aus Akazienbäumen gewonnen wird und dem Produkt Glanz verleihen soll. Der letzte Inhaltsstoff ist Schellack (E 904). Es wird aus den Ausscheidungen von Läusen gewonnen. Das macht diese Schokolade NICHT VEGAN! Man kann damit also sagen, dass ich hier bei der Produktauswahl etwas gepennt habe. Genauso gut könnte ich mich aber auch beim Hersteller beschweren: Dieser tierische Inhaltsstoff ist die kleinste Zutat des ganzen Produkts und wird lediglich für mehr optischen Glanz der Schokolade genutzt. Warum wird er dann nicht einfach weggelassen? Alles in allem ist die Liste der Zutaten für mich relativ enttäuschend, einerseits aufgrund des unnötig tierischen Inhaltsstoffs Schellack, andererseits aufgrund der vielen künstlichen E-Stoffe, die zwar den Zuckergehalt drücken, aber alles andere als natürlich sind.

3.21 Hands Off My Chocolate Seriously Dark

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Und gleich noch ein holländisches Produkt im Test. Diese Schokolade ist nun aber wieder zu 100% vegan, versprochen! Sie kommt von der Marke „Hands Off“ aus Hilversum zu uns. Das Unternehmen wurde im Jahr 2013 von Kitty & Thomas, zwei Schokoladenliebhabern, gegründet. Die meisten ihrer Produkte sind leider nicht vegan, auf einige Sorten wie diese trifft das allerdings doch zu. Der Name „Hands off my Chocolate“ ist geschickt gewählt: Der Hersteller hat den Produkten ihren auffälligen Namen gegeben, um dem Genießer eine gewagte Aussage abzunehmen. Wenn ein Produkt nämlich so lecker ist, dass man es nicht teilen möchte, haben viele Leute nicht den Mut, dass gegenüber anderen zuzugeben, schreibt der Chocolatier auf witzige Art auf seiner Homepage. Ob ich die Schokolade nach dem ersten Probieren wieder aus der Hand legen kann, wird sich jetzt im Test zeigen!

Erster Eindruck

Die Schokolade kommt, statt in einer kleinen Papierschachtel verpackt, lediglich mit einem Kunststoff umhüllt. Auf der Verpackung und auch online finde ich leider keine Informationen zum Material, weshalb ich von Plastik ausgehe. Das ist aus Umweltsicht natürlich sehr schade! Auf der Vorderseite sehen wir in der oberen Hälfte den Namen des Herstellers, unten lesen wir den Namen der Sorte, in diesem Fall „Seriously Dark“. Hier lesen wir dann auch den Hinweis, dass das Produkt stolze 85% Kakao enthält! Auf der braun-weißen Verpackung ist außerdem noch mittig ein gezeichnetes Bild einer Figur mit einem Stück der Schokolade im Mund sichtbar. Die 100 Gramm Tafel wirbt auf der Seite noch einmal mit dem Gag, dass sie zu lecker sei, um sie mit anderen zu teilen. Neben der gewohnten Nährwerttabelle und den Inhaltsstoffen sehen wir auf der Rückseite noch ein paar Produkthinweise. Demnach enthält die Schokolade neben (oder gerade aufgrund) den 85% Kakao nur 11% Zucker. Die belgische Schokolade soll auch durch ihre perfekte Portionierung punkten, wodurch sie sich ideal verzehren lässt. Dazu später aber noch mehr. Bislang haben wir noch gar keinen Hinweis auf Bioqualität oder Fairtrade des verwendeten Kakaos gesehen. Auf der Rückseite aber lesen wir die Info, dass auch dieser Hersteller die Cocoa Horizons Foundation unterstützt. Zu diesem Programm hatte ich ja bereits Stellung bezogen, diesem Punkt widmen wir uns später noch einmal genauer. Hands Off druckt hier ein Bild des Kakaofarmers Kouadio ab, den man mit dieser Schokolade unterstützen soll. Hier handelt es sich natürlich um einen geschickten Kniff um dem Verbraucher direkt eine Person zu präsentieren, an die gerechte Löhne fließen können. Das wirkt natürlich transparent und kommt gut an. Aus biologischer Herkunft scheinen die Inhaltsstoffe allerdings leider nicht zu sein. Abschließend bildet sich für mich ein durchwachsender erster Eindruck: Die Verpackung aus Plastik stört mich persönlich an der Schokolade ein wenig, außerdem stammen die Zutaten nicht aus biologischem Anbau, was in meinen Augen bei einer Schokolade, deren Markenimage sich maßgeblich auf Fairness und Nachhaltigkeit stützt, schon erwartet werden kann.

Geschmack

Nach dem Öffnen der Verpackung riecht die Schokolade sehr herb, wie 85% Kakao bereits erahnen lassen. Geruchlich kann man am sehr dunklen Produkt keine Süße feststellen. Hier sehen wir nun das besondere Muster der Schokolade, sie besteht nämlich aus 14 runden Stückchen. Diese lassen sich sehr angenehm und ohne Schmerzen an den Zähnen abbeißen, anders als bei manchen dicken, rechteckigen Schokoladen. Die Schokolade schmilzt im Mund sehr schnell, sie ist sehr weich und zart. Auch im Geschmack ist das Produkt kaum süß, eher recht herb. Die Schokolade schmeckt besonders intensiv und kräftig nach Kakao, ich würde sie daher als eher schweren Genuss bezeichnen. Nur eine ganz leicht süße Note untermalt den intensiven, feinherben Kakaogeschmack. Man würde aufgrund des nicht unangenehm herben Kakaoaromas keinesfalls denken, dass die Schokolade ganze 85% Kakao enthält. Obwohl das Produkt so intensiv schmeckt, ist es nicht übermäßig bitter oder zu herb. Die Schokolade überzeugt mich geschmacklich mit ihrem intensiven Kakaoaroma und der angenehmen Portionierung. Als Süßware geht sie für mich nicht ganz durch, es ist aber dennoch ein leckeres Genießerprodukt, dass ich tatsächlich ungern aus der Hand geben würde.

Fairness

Hands Off betont sowohl auf der Verpackung als auch online mehrmals, wie wichtig fairer Handel und Nachhaltigkeit für das Unternehmen ist. Die verwendeten Zutaten für die Schokolade stammen allerdings leider nicht aus biologischem Anbau. Man wirbt stattdessen damit, am Cocoa Horizons Programm teilzunehmen. Hands Off engagiert sich hier in Ghana und der Elfenbeinküste. Das Programm stammt von Schweizer Schokoladenhersteller Barry Callebaut, einem der größten Schokoladenproduzenten der Welt. Es stützt sich auf drei große Säulen. Erstens soll die Produktivität von Kakaobauern gesteigert werden, ihnen also effizienteres Anbauen beigebracht werden, sodass sie davon profitieren können. Zweitens sollen Umweltschäden vermieden werden, beispielsweise durch die Unterbindung von Abholzung. Drittens setzt man sich für Gemeinschaften und Soziale Verbände ein, beispielsweise durch die Unterbindung von Kinderarbeit. Es werden regelmäßig Statusberichte der Errungenschaften des Programms hochgeladen. Einige Zahlen können hier wirklich überzeugen, beispielsweise nahmen letztes Jahr etwa 60 Tausend Kakaobauern erfolgreich an Lehrgängen zu landwirtschaftlicher Praxis teil. Auch wird für tausende Kakaobauern ein Business Plan erstellt, mit dem sie ihre Arbeit produktiver organisieren können. Einige Kennzahlen machen mich aber auch stutzig. Beispielsweise liegen 40% der Kakaoproduzenten im Programm über der Armutsgrenze, ein in meinen Augen eher geringer Wert. Mit Aktivitäten zur Ausmerzung von Kinderarbeit hat Cocoa Horizons beispielsweise 61% der teilnehmenden Produzenten erreicht. Solche Prozentwerte sind für mich eher unbefriedigend. Die Gefahr des Greenwashings ist bei diesen Programmen relativ hoch: Konzerne wie Barry Callebaut gründen ein eigenes Nachhaltigkeitsprogramm mit eigenen Standards und Anforderungen anstatt sich von einer externen Organisation wie Fair Trade zertifizieren zu lassen. Damit hat der Konzern viel mehr Freiraum, das Programm zu seinen Gunsten zu gestalten. In meinen Augen scheint fairer Handel hier durchaus angestrebt zu werden, allerdings macht sich bei mir Skepsis breit. Besonders Hands Off als Firma wäre in meinen Augen besser damit beraten, beispielsweise Fair-Trade Kakao zu beziehen: Eine Marke, deren Image sich maßgeblich auf Fairness stützt, sollte auch mit besonders strengen Siegeln und Zutaten aus biologischem Anbau punkten. Ob das Cocoa Horizons Siegel fairen Handel besonders stark unterstützt, ist fraglich. Skepsis ist für mich auf jeden Fall angebracht.

Preis-Leistung

Diese belgische Schokolade des niederländischen Herstellers ist im Handel als 100 Gramm Tafel für 2,99 € erhältlich. Dafür erhält man ein Produkt, bei dem mit 85% Kakaogehalt vor allem Liebhaber dunkler Schokolade voll auf ihre Kosten kommen! Hier findet man vor allem intensiven und besonders kräftigen Kakaogeschmack. Dabei ist die sehr dunkle Schokolade aber nicht zu herb und bitter, sie punktet mit einem vollmundigen Aroma, ist dabei auch nicht besonders süß. Geschmacklich überzeugt sie mich total, hinsichtlich der Fairness bin ich skeptisch. Ich möchte mir kein Urteil anmaßen oder die Schokolade verunglimpfen. Sie nimmt am Cocoa Horizons-Programm von Barry Callebaut teil. In meinen Augen zeigt dieses gute Ansätze und liefert Mehrwert, allerdings bin ich skeptisch, ob sich der Großkonzern mit diesem Programm tatsächlich genug für fairen Handel und das Wohl der Kakaobauern einsetzt. Eine externe Zertifizierung wie beispielsweise Fair Trade hätte bei mir als Verbraucher mehr Vertrauen geweckt. Ich muss es noch einmal betonen: Für eine Marke, die immer wieder durchklingen lässt, wie wichtig Fairness und Menschenwohl bei der Schokoladenproduktion ist, ist das Stützen auf dieses Programm alleine für mich nicht ausreichend.

Inhaltsstoffe

Bei einem Produkt mit 85% Kakao bleibt natürlich wenig Platz für andere Inhaltsstoffe. Neben der Kakaomasse bildet also Zucker den zweitgrößten Inhaltsstoff des Produkts. Jede 100 Gramm-Tafel enthält 11 Gramm davon. Kakaobutter darf natürlich ebenfalls nicht fehlen: Sie trägt dazu bei, dass das Produkt noch vollmundiger und ein wenig gehaltvoller schmeckt. Dieses Fett wird, wie üblich, durch Sojalecithin als Bindemittel an Wasser gebunden. Das war es auch schon, es sind also lediglich vier Zutaten enthalten.

4. Fazit des Tests

Zuletzt bleibt mir natürlich noch zu sagen, dass ich sehr viel Spaß beim Testen der ganzen Schokoladen hatte! Mein Ziel war es dabei nicht, einzelne Produkte schlecht zu reden: Besonders im Hinblick auf Fairness hatte ich allerdings schon das Gefühl, dass hier Unterschiede gemacht werden. Im Zweifel empfehle ich aber jedem Leser, sich noch einmal selbst in alle Siegel und Programme einzulesen und sich ein Bild von deren Ansatz und Verständnis von Fairness zu bilden. Meine persönliche Vermutung, die allerdings nicht auf Fakten beruht, ist nach wie vor, dass der Preis schon ein guter Anhaltspunkt dafür ist, wie stark sich ein Hersteller für fairen Handel einsetzt: Kostet eine Schokolade unter einem Euro, dann kann ich nicht erwarten, dass Nachhaltigkeit die oberste Priorität dieses Unternehmens ist. Obwohl Schokolade ja immer lecker ist, hat es auch erstaunliche Geschmacksunterschiede gegeben. So etwas wäre mir sonst nie aufgefallen, Schokolade war eben einfach Schokolade. Wenn man aber alle Produkte vor sich hat und wirklich miteinander vergleicht, ergeben sich durchaus Unterschiede! Bei den Inhaltsstoffen bleibt mir noch zu sagen, dass Schokolade generell ein sehr natürliches Produkt ist: Ich bin bei den Produkten kaum bis nie über künstliche Zusatzstoffe, Konservierungsmittel oder Ähnliches gestolpert. Zuletzt hoffe ich natürlich auch, dass du Spaß am Lesen des Tests hattest. Vielleicht habe ich dir ja Lust darauf gemacht, die eine oder andere Schokolade hier einmal selbst zu probieren. Viel Spaß dabei!

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