Verpackungsmaterialien – Alles was du dazu wissen musst!

Wenn wir in den Supermarkt gehen und mit einem vollen Einkaufswagen wieder hinauskommen, begegnen uns eine Vielzahl an Verpackungen: Da sind beispielsweise die Pappschachteln, in denen die Cherrytomaten eingepackt sind. Dann gibt es die gängige Plastikverpackung, in die zum Beispiel loser Salat, Toilettenpapier, Produkte im Kühlregal und vieles mehr eingehüllt ist. Dann sind da die klassischen Blechdosen der Konserven und nicht zuletzt Glasflaschen, die beispielsweise für Getränke oder Essig und Öl zum Einsatz kommen. Der Großteil der Konsumenten in Deutschland macht sich leider noch relativ wenig Gedanken über das Verpackungsmaterial, das für unsere Lebensmittel genutzt wird: Günstig soll es sein und die darin verpackten Lebensmittel möglichst lange haltbar. In Deutschland ist seit einiger Zeit aber auch der Trend der Unverpacktläden zu beobachten: Dort werden Lebensmittel nur in selbst mitgebrachte Gefäße abgefüllt, somit entsteht kein unnötiger Verpackungsmüll. Ich werde diesen Trend der Unverpacktläden später noch einmal aufgreifen, will zuvor aber auf die in unserem Alltag genutzten Verpackungen eingehen. 

1. Einleitendes zu den Verpackungsmaterialien

In diesem großen Recyclingleitfaden möchte ich dir einmal näherbringen, welche Materialien für die Verpackungen im Supermarkt genutzt werden. Ich werde Schritt für Schritt durch die einzelnen Materialien gehen und dir erklären, für welche Produkte sie in unseren Supermärkten eingesetzt werden. Dann werde ich erläutern, ob die einzelne Verpackung als nachhaltig bezeichnet werden kann oder der Umweltaspekt bei dieser Verpackungsart eher vernachlässigt wird. Darauf basiert mein finales Urteil: Solltest du die jeweilige Verpackung lieber meiden und ein Alternativprodukt wählen oder kannst du getrost zugreifen? Natürlich will ich auch noch zu einigen aktuellen Verpackungstrends Stellung nehmen, was für dich als Leser auch interessant sein könnte. Alles klar? Dann lass uns starten!

2. Glas

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Wie entsteht es?

Bei der Herstellung von Glas kommt größtenteils Quarzsand zum Einsatz, der geschmolzen wird. Er wird zusammen mit anderen Materialien auf über 1000 Grad erhitzt, bis er schmilzt, wobei das Glas entsteht, das wir kennen. Glas ist sehr stabil und geschmacksneutral. Es gibt keine Stoffe an das Lebensmittel ab, mit dem es befüllt wurde.

Wo kommt es vor?

Glas finden wir vielerorts im Supermarkt: Am bekanntesten ist es uns vermutlich aus der Getränkeabteilung, also von Wasser und Softdrinks. Viele eingelegte Gemüse landen ebenfalls nicht in der Konservendose sondern in Gläsern. Öl und Essig, Smoothies und Milch trifft man ebenfalls häufig in Glasflaschen an. Wir sehen Glas im Supermarkt auch bei Nudelsaucen, Weinflaschen, Spirituosen oder Grillsaucen.

Kann es gut recycelt werden?

Besonders wichtig beim Gang zum Altglascontainer ist nicht nur, dass das Glas auch richtig nach Farben getrennt wird: Vor allem sollte der Deckel, der meist aus Blech besteht am Besten gesondert entsorgt werden, damit das Glas im Container möglichst sortenrein ist. 

Das Recyclingglas kann, wenn es absolut rein ist, wieder eingeschmolzen und daraus ohne Qualitätseinbußen problemlos neue Glasflaschen hergestellt werden. Allerdings ist für die erneute Schmelzung wieder hohe Temperaturen nötig.

Sollte ich es meiden oder nutzen?

Angesichts des Vorteils, dass Glas als Verpackung keine Schadstoffe an das Lebensmittel abgibt, ist es als gute Verpackung zu bewerten. Auch die Tatsache, dass es vollständig recycelt werden kann, spricht für den Rohstoff. Nachteil ist, dass beim Erhitzen und Schmelzen sehr viel Energie aufgewendet werden muss. Wenn es sich also um Glasflaschen im Getränkebereich handelt, sollte man auf Glasflaschen zurückgreifen, auf die man Pfand zahlt. Diese Flaschen werden nach dem Zurückgeben lediglich gründlich ausgewaschen und kommen dann – ohne Einschmelzen – wieder zum Einsatz.

3. Weißblech

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Wie entsteht es?

Bei Weißblech handelt es sich um dünngewalzten Stahl, der mit Zinn beschichtet ist. Stahl wird dabei gereinigt und erhitzt und dünn gewalzt, meist zu einer Dicke von bis zu einem halben Millimeter. Die Zinnbeschichtung dient vor allem der Vorbeugung von Rost des Materials. Noch im vergangenen Jahrhundert wurde das Weißblech feuerverzinnt, also der flüssige Zinn auf den Stahl aufgetragen. Um Rohstoff zu sparen kommt heute Elektrolyse als Verfahren zum Einsatz.

Wo kommt es vor?

Weißblech begegnen wir weniger oft als Glas im Supermarkt. Die klassische Konservendose besteht aus Weißblech. Das heißt, dass viele Sauerkonserven wie Bohnen, Mais, Erbsen usw. In Weißblech gehüllt sind. Auch Früchte wie Ananas oder Aprikosen werden in Konservendosen angeboten. Eingedost sind außerdem viele Fertiggerichte wie Ravioli, Eintöpfe oder Suppen. Energy Drinks, Cola oder Limonade finden wir oft in Getränkedosen: Diese bestehen ebenfalls aus Weißblech. Auch Tiernahrung befindet sich häufig in Weißblechdosen. Die silbern oder golden schimmernden Deckel auf Glasflaschen sind ebenfalls aus diesem Material. 

Kann es gut recycelt werden?

Weißblech ist für einige Personen ein klarer Fall: Es scheint offensichtlich, dass es schlecht recycelt werden kann, am Straßenrand und in der Natur sieht man gelegentlich Getränkedosen, die dort teilweise schon seit Jahren zu liegen scheinen. In der Praxis aber weist Weißblech enorm hohe Recyclingquoten auf! Korrekt entsorgt liegt die Recyclingquote bei über 90%. Weißblech kann recycelt werden, ohne dass es dabei Qualitätsverlust erleidet!

Sollte ich es meiden oder nutzen?

Weißblech ist nicht durchweg positiv zu bewerten: Das Material selbst ist mit Zinn und oftmals auch Kunstoff beschichtet. Dadurch werden mit der Zeit Stoffe wie BPA oder Zinn auch an das in der Verpackung enthaltene Lebensmittel abgegeben. Der Stoff Bisphenol A kann den menschlichen Hormonhaushalt beeinflussen, eine starke Zinnbelastung könnte theoretisch zu Schäden an Haut oder Nervensystem führen, wobei davon durch handelsüblichen Konservendosen nicht ausgegangen werden kann. Wird die Dose allerdings gekauft, nach dem Öffnen zügig aufgebraucht und ordnungsgemäß entsorgt, handelt es sich dabei aufgrund der hohen Recyclingquote um eine umweltverträgliche Verpackung.

4. Papier und Pappe

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Wie entsteht es?

Papierverpackungen bestehen, genauso wie das Papier, auf dem wir schreiben oder drucken, aus Holz. Die Fasern des Holzes werden chemisch bearbeitet, man nennt das Verfahren auch Zellulose. Nach einer anschließenden Trocknung oder Auspressung des Rohmaterials entsteht das uns bekannte Papier, zu dem noch Zugaben beigemischt werden können, um es beispielsweise weicher oder bleicher zu machen. Für die Produktion sind leider erhebliche Mengen an Wasser erforderlich

Wo kommt es vor?

Dieses Verpackungsmaterial finden wir im Supermarkt in Form von Papier, Pappe und Kartons wieder. Im Bereich von Obst und Gemüse findet sich der Rohstoff beispielsweise in Schälchen für Cherrytomaten oder in Obstkartons. Beschichtete Pappkartons sind uns ebenfalls bekannt: Darin können wir beispielsweise Milch oder Fruchtsäfte kaufen! Müsli oder Nudeln können wir auch oft in plastikbeschichteten Pappboxen beziehen. Eine breite Produktpalette und immer mehr verschiedene Lebensmittel werden in Papier verpackt, da mehr und mehr Unternehmen Wert auf Plastikvermeidung legen. Im Tiefkühlregal sind zudem viele Fertigprodukte in Pappschachteln zu finden. Reines Papier als Verpackung ist sehr selten anzutreffen: Meist begegnen wir ihm im Supermarkt in Form eines Verbundstoffs, also eines Verbunds aus Papier und Plastik. Ein Beispiel dafür wäre ein beschichtetes Stück Pappe als Verpackung. Mehr zu diesem Stoff kannst du weiter unten lesen.

Kann es gut recycelt werden?

Papier kann gut recycelt werden, es weist aber eine geringere Recyclingquote auf als Weißblech. Aus Gründen des Umweltschutzes wird Papier und Pappe recycelt: Damit wird verhindert, dass für die Neuproduktion von Papierverpackungen erneut erhebliche Mengen an Wasser aufgewendet werden müssen. Wenn das Papier nach Sorten (z.B. robuste Kartons und feineres Briefpapier) aufgetrennt wurde, wird es zerkleinert und die Farbstoffe werden aus dem Material entfernt. Die Pappschnipsel werden in Wasser wieder in ihre Fasern aufgelöst und bearbeitet. Anschließend wird es wieder getrocknet: Schon haben wir Recycling-Papier gewonnen!

Sollte ich es meiden oder nutzen?

Bei Papierverpackungen kannst du als bewusster Verbraucher auf Zertifizierungen und Siegel achten: Es gibt einige Papierzertifikate, mithilfe derer Beispielsweise die Rodung von Urwäldern verhindert werden soll. Bei Interesse lohnt sich für dich eine Online-Recherche. Es lässt sich allerdings sagen: In jedem Fall soll reines Papier einem kunststoffbeschichteten Papier vorgezogen werden. Bei einer sortenreinen Entsorgung ist die Recyclingquote respektabel, angesichts des hohen Wasserverbrauchs bei der Neuherstellung sollte wenn möglich aber darauf verzichtet werden. Im Vergleich mit Plastik ist es aber zu bevorzugen.

5. Kunststoff / Plastik

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Wie entsteht es?

Zur Herstellung von Kunststoffen wie Plastik wird Erdöl verbraucht: Die Verwendung des fossilen Energieträgers macht das Plastik bereits zu einem Umweltsünder. Der Erdöl-Bestandteil Naphtha ist besonders wichtig für die Herstellung von Plastik. Das Naphtha wird einem sogenannten Cracking-Prozess unterzogen. Mithilfe mehrerer Syntheseprozesse werden danach Moleküle aus dem Cracking-Prozess chemisch miteinander zu längeren Ketten verbunden, das uns bekannte Plastik entsteht.

Wo kommt es vor?

Plastik finden wir in gefühlt allen Produkten im Supermarkt: Obst und Gemüse ist häufig in Plastik eingepackt. Hygieneprodukte wie Zahnpasta, Lippenstifte oder Toilettenpapier ist in Kunststoff gehüllt. Wurst, Käse und viele Brotaufstriche, Joghurtbecher und Plastikflaschen finden wir im Kühlregal in einer Plastikverpackung, eingeschweißte Pizzen oder in Tüten gehüllte, gefrorene Früchte im Tiefkühlregal. Gummibärchentüten, Bonbons, Brottüten, Schokoriegel oder Müsli wird von Herstellern häufig in Plastiktüten angeboten. Auch Nudeln, Nüsse oder Reis sind in Plastikverpackungen und Plastiktüten erhältlich.

Kann es gut recycelt werden?

Plastik hat die negative Eigenschaft, dass es sich bei Entsorgung in der Natur enorm lange nicht zersetzt, geschweige denn kompostierbar wäre: Häufig entsteht Mikroplastik, das die Tier- und Pflanzenwelt stark belastet. Tatsächlich ist die Recyclingquote von Plastik erschreckend niedrig: Mt 39% wird deutlich weniger als die Hälfte des Materials wiederaufbereitet. Der Großteil des Plastiks wird tatsächlich verbrannt. Zum einen müssten die einzelnen Kunststoffe sortenrein vorliegen, was in der Praxis schwer umsetzbar ist. Zum anderen ist der Einsatz von neuem Plastik für Konzerne schlicht günstiger. Der Großteil des Plastiks landet also im Inland in Verbrennungsanlagen oder wird ins Ausland verfrachtet, wo er unter teils deutlich laxeren Auflagen enorm umweltschädlich verbrannt wird.

Sollte ich es meiden oder nutzen?

Man kann sich über gewisse Verpackungsmaterialien streiten aber hinsichtlich Plastik sollte es keine zwei Meinungen geben: Man muss es um jeden Preis vermeiden! Es kann zwar theoretisch recycelt werden, Konzerne lehnen dies allerdings aus Kostengründen ab: So entstehen durch die Verbrennung giftige Gase oder das Produkt landet direkt in der Natur und wird beispielsweise Tieren zum Verhängnis, die qualvoll daran verenden. Entnimmt man den Weltmeeren einen willkürlichen Fisch, stehen die Chancen sehr gut, dass man beim Sezieren Mikroplastik im Tier findet. Kunststoffe sollten beim Einkauf also um jeden Preis vermieden werden!

6. Verbundverpackungen

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Wie entsteht es?

Eine Verbundverpackung setzt sich zusammen aus Papier oder Pappe und Kunststoff. Das bedeutet, dass diese beiden Rohstoffe so gefertigt werden, wie bereits weiter oben geschildert wurde. Anschließend werden beide Verpackungsmaterialien miteinander verbunden. Allgemein gesprochen ist eine Verbundverpackung also eine Verpackung aus zwei verschiedenen Materialien, die sich nicht so einfach, beispielsweise durch händisches Ablösen, voneinander trennen lassen.

Wo kommt es vor?

Die klassische Verbundverpackung können wir beim Metzger antreffen: Wenn wir dort beispielsweise Wurst oder Käse kaufen, dann werden diese Produkte in einer Folie eingepackt. Diese besteht aus einer Schicht Papiermaterial, also Zellulose, und einer Schicht Kunststoff, damit die Wurst das Papier beispielsweise nicht aufweicht oder Papierstückchen am Produkt hängenbleiben. Weitere Verbundstoffe als Verpackungen sind zum Beispiel Butterpapier, das häufig aus Aluminium und Papier besteht. Auch Tütensuppen bestehen beispielsweise aus Verbundmaterialien, das heißt Aluminium beschichtet mit einem Kunststoff.

Kann es gut recycelt werden?

Leider können Verbundverpackungen gar nicht recycelt werden. Sie sind zwar enorm praktisch, bieten beispielsweise in Form von Safttüten leichte und robuste Verpackungen als Alternative zu Glas. Sie sind aber aufgrund des Verbunds zweier Materialien, der sehr aufwendig zu lösen ist, kaum recycelbar. Das Recycling von Verbundstoffen ist prinzipiell nicht unmöglich, die Verbindung muss lediglich gelöst werden und das ist sehr aufwendig und schwer: Stell dir nur einmal vor, du müsstest die Folie von einem Getränkekarton abziehen: Das kann ganz schön schwer und mühselig sein. Im großen Stil ist diese Trennung in Sortieranlagen nicht leichter! Oft fließen große prozentuale Anteile dieser Verbundstoffe schlicht in die Verbrennung, schaden der Umwelt also sehr!

Sollte ich es meiden oder nutzen?

Aufgrund einer geringen Recyclingquote, die daraus resultiert, dass Verbundstoffe im großen Stil nur extrem mühselig voneinander getrennt werden können, sollten sie – wenn möglich – lieber gemieden werden: Am Beispiel des Getränkekartons zeigt sich, dass sie in der praktischen Anwendung schon viele Vorteile wie Leichtigkeit, Transportierbarkeit, Flexibilität etc. Bieten. Allerdings sollte mit Blick auf die Umwelt doch lieber doppelt überlegt werden, ob wir uns nicht doch stattdessen unsere Butter auf dem Markt in ein mitgebrachtes Gefäß füllen lassen oder zur Glasflasche greifen, auch wenn wir dadurch etwas mehr schleppen müssen.

7. Weitere Verpackungsmaterialien

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Die oben genannten Verpackungen machen vermutlich den absoluten Großteil aus: Hin und wieder begegnen uns aber auch andere Verpackungsmaterialien. Hier noch ein paar Beispiele dafür.

Hin und wieder begegnen wir auch Holzverpackungen, beispielsweise wenn wir an Erdbeerschalen denken oder an Ofenkäse, den wir im Kühlregal finden. Holz kann im Recycling natürlich bequem der Thermik zugeführt werden, es ist natürlich perfekt zum Verbrennen. Altholz kann aber auch zerkleinert und beispielsweise in Form von Spanplatten wiederverwendet werden

Wenn wir an Getränkekartons denken, fällt uns auf, dass diese natürlich nicht nur aus Pappe entstehen, das Getränk würde ja durchweichen: Die Kartons sind deshalb mit Aluminiumfolie beschichtet. Die Klimabilanz dieses Stoffs fällt eher schlecht aus, es ist sehr umweltschädlich in der Gewinnung, kann jedoch gut recycelt werden. Bei Getränken sollte lieber zu Glasflaschen gegriffen werden.

Wenn man an die Pralinenschachteln hochpreisiger Hersteller oder auch an in Tüten verpackte Süßigkeiten denkt, sind diese gelegentlich mit Schleifen verziert. Auch diese Bänder, die häufig aus Taftband bestehen, werden aus Kunststoff gefertigt.

8. Aktuelle Verpackungstrends

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Wie bereits angekündigt, möchte ich zuerst einmal auf die Unverpacktläden eingehen. Der erste Unverpacktladen wurde 2014 in Kiel eröffnet, danach folgten schnell Läden in zahlreichen deutschen Großstädten. Im Laden selbst wird auf Verpackungen verzichtet, Konsumenten müssen Gefäße für Lebensmittel von zu Hause selbst mitbringen. Es gibt viele gängige Nahrungsmittel wie Nudeln, Reis, Haferflocken, Müsli etc. zu kaufen. Auch andere nachhaltige Alltagsprodukte wie Festshampoo oder Zahnputz-Tabletten sind erhältlich, mit denen der Plastikverbrauch weiter heruntergeschraubt werden kann!

Viele Hersteller im Supermarkt gehen dazu über, Plastikverpackungen zu meiden und dies geschickt auch als Marketingmaßnahme zu inszenieren: Plastik wird der Kampf angesagt, Papier und Pappe kommen häufiger zum Einsatz. Papier ist in der Herstellung sehr wasserintensiv, zersetzt sich aber, wenn er in die Natur gerät, mit der Zeit, im Gegensatz zu Plastik. Der Trend ist also durchaus begrüßenswert.

Wenn Hersteller mit recyclebarem Verpackungen werben, solltest du außerdem Vorsicht walten lassen: Dieser Trend ist nämlich ebenfalls zu beobachten. Ich will Herstellern nicht pauschal absprechen, dass für das Recycling von Verpackungsmaterial keine Sorge getragen wird. Allerdings bedeutet „aus recycelbarem Material“ ja nicht, dass tatsächlich recycelt wird. Das Material ist zwar recyclebar, ob es in der Praxis recycelt wird, kann auf den ersten Blick aber nicht nachgeprüft werden. Mit dem Griff zu schonenderen Verpackungen bist du also auf jeden Fall auf der sicheren Seite!

9. Checkliste: Was es bei Produktverpackungen zu beachten gilt

  • Wenn möglich zu Verpackungen aus Glas statt Weißblech greifen (z.B. bei Senf)
  • Plastik unbedingt meiden
  • Unverpacktläden statt Discountern und Supermärkten aufsuchen
  • Glasflaschen statt Plastikflaschen für Getränke
  • Recyclebar heißt nicht zwangsläufig, dass auch recycelt wird
  • Auf Plastiktüten bei Obst und Gemüse verzichten
  • Auf Papiertüten an der Kasse verzichten, Jutebeutel selbst mitnehmen