Konzept der Nachhaltigkeit: Eine Definition und 6 Bereiche, wo sie sich im Alltag spürbar macht

Nachhaltigkeit ist in aller Munde: Das Wort fällt häufig in politischen Diskussionen und wir verwenden es auch oft im Alltag. Allzu häufig ist die Rede davon, nachhaltig zu leben oder mehr Wert auf Nachhaltigkeit zu legen. Dabei war das Wort für lange Zeit für wenige Personen von Interesse: Während des Mittelalters, der Industrialisierung und auch über weite Teile des 20. Jahrhunderts stand die Wirtschaft im Mittelpunkt von Politik und Gesellschaft, der Diskurs über Nachhaltigkeit ist relativ neu. Doch sind wir uns wirklich über seine Bedeutung bewusst? Und was bedeutet es eigentlich, das Konzept der Nachhaltigkeit wirklich zu leben und in den Alltag einzubauen? In diesem Artikel möchte ich Nachhaltigkeit zuerst einmal knapp definieren und dann darauf eingehen, was das eigentlich für einige Bereiche unseres Lebens bedeutet.

Wenn du auf den Button klickst, kannst du dir eine Präsentation herunterladen, die ich zum Thema Nachhaltigkeit erstellt habe. Ich darin einige Definitionen aufgegriffen und konkret angesprochen, was jede und jeder von uns tun kann, um einen nachhaltigeren Lebensstil zu etablieren. Viel Spaß damit!

Für eine einminütige Kurzeinführung ins Thema Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Ressourcenschonung kannst du außerdem dieses Video checken:

1. Konzept der Nachhaltigkeit erklärt

Das Konzept der Nachhaltigkeit kann in einem Satz grob zusammengefasst werden: Nachhaltigkeit kann man als die Nutzung von Ressourcen lediglich in dem Maß, in dem sie sich auch natürlich wieder regenerieren können. Der Begriff stammt dabei ursprünglich aus der Forstwirtschaft und besagte, dass Bäume nur in dem Maß gefällt werden dürfen, in dem sie auch wieder nachwachsen können.

Wenn man sich an eine ausführlichere Nachhaltigkeitsdefinition wagt, sollte man sich die drei Säulen der Nachhaltigkeit ansehen. Die drei Säulen sind Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt: Nur wenn diese drei effizient zusammenwirken, lässt sich ein nachhaltiges Leben verwirklichen.

Die Umwelt sollte dafür nicht ausgebeutet werden, die Wirtschaft nicht Schulden zu Lasten künftiger Generationen machen sowie gesellschaftliche Spannungen auf friedlichem Wege geklärt werden. Dieses Konzept der Nachhaltigkeit umzusetzen liegt nicht nur in der Hand der Politik: Hier erfährst du, welche deiner Lebensbereiche Nachhaltigkeit tangieren.

INFO: Nachhaltigkeit bedeutet, Ressourcen in dem Maß zu entnehmen, in dem sie sich auch wieder regenerieren können.

2. Nachhaltigkeit in der Ernährung

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Wie wir gelernt haben, bedeutet ökologische Nachhaltigkeit nur so viel aus der Natur zu entnehmen, wie natürlich nachwachsen kann. Diese Verträglichkeit kommt natürlich vorallem bei unserer Ernährung zum Tragen: Einerseits bedeutet dies für uns, auf Lebensmittel zurückzugreifen, deren Entnahme aus der Natur keine starke Belastung darstellen. Man denke dabei beispielsweise an riesige Flächen Regenwald, die zur Viehhaltung gerodet werden müssen. Dies ist nicht mit dem Konzept der Nachhaltigkeit vereinbar. Außerdem geht es hier um die Menge und Quelle der Lebensmittel, die wir beziehen: Große Mengen zu kaufen und zu Hause vielleicht sogar noch verdorbene Lebensmittel wegwerfen zu müssen, da man zu viel gekauft hat, lässt sich nicht mit bewusster und nachhaltiger Entnahme aus der Natur vereinbaren! Auch die Quelle bzw. Herkunft der Lebensmittel spielt dabei eine Rolle: Beim Einkauf im Discounter landen Lebensmittel in deinem Einkaufswagen, die in riesigen Mengen produziert werden mussten. Massentierhaltung oder Monokulturen sind wegen ihrem CO2-Ausstoß und der Bodenerosion allerdings Raubbau an der Natur und alles andere als nachhaltig. Nachhaltig ist es, seine Lebensmittel aus lokalen Quellen und umweltverträglichem Anbau zu beziehen.

TIPP: Lege Wert darauf, Lebensmittel mit geringem ökologischen Fußabdruck überlegt und aus nachhaltigem Anbau zu kaufen.

3. Nachhaltigkeit im Bereich Mobilität

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Auch unsere Mobilität, sei es in unserem Alltag oder auch beim Reisen, lässt sich mit dem Konzept der Nachhaltigkeit umweltverträglicher gestalten: Nachhaltigkeit bedeutet für uns hier, möglichst nicht mehr CO2 auszustoßen, als unsere Umwelt es vertragen kann. Bei unserer täglichen Mobilität, also Fahrten zur Arbeit, zu Freunden oder zum Einkaufen sollten wir daher auf unser Fahrrad zurückgreifen oder wenn möglich zu Fuß gehen. Bei schlechtem Wetter sind Fahrgemeinschaften auf dem Arbeitsweg zum Beispiel eine gute Alternative. Besonders auf Flugreisen werden große Mengen CO2 an die Umwelt abgegeben: Deutlich mehr, als dass sich die Umwelt von selbst davon erholen und regenerieren könnte. Auf Kurzstreckenflüge sollte daher komplett verzichtet werden. Besser ist es, du reist mit dem Auto. Noch besser ist das Nutzen der Bahn. Wenn Langstreckenreisen unbedingt nötig sind, beispielsweise aus geschäftlichen Gründen, dann sollte man darauf achten, diese nicht zu häufig zu tätigen. Wenn sich beispielsweise geschäftliche Termine zeitlich zusammenlegen lassen, sodass du nicht doppelt reisen musst, ist das super!

INFO: Fernreisen sollten minimiert, Kurzstreckenflüge gemieden und im Alltag Öffentliche, Fahrrad oder Fahrgemeinschaften genutzt werden.

4. Nachhaltigkeit beim Konsumgüterkauf

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Auch unsere Konsumgüter sollten wir nachhaltig beziehen. Vorallem Kleidung und Elektroartikel verschlingen in der Produktion viele Ressourcen, die sich schwer bis gar nicht wieder regenerieren können. Bei der Textilproduktion werden beispielsweise große Mengen Wasser verunreinigt. Für Elektroartikel wie Computer oder Smartphone werden Edelmetalle und seltene Erden benötigt, welche unter der Verwendung von umweltschädlichen Chemikalien gewonnen werden müssen. Beides lässt sich nicht mit dem Konzept der Nachhaltigkeit vereinbaren. Zudem bestehen in beiden Industriezweigen ausbeuterische Beschäftigungsverhältnisse, um es einmal sanft auszudrücken. Um diese Güter ressourcenschonend konsumieren zu können, gibt es nun mehrere Wege: Bei Kleidung solltest du beispielsweise auf „Fair Fashion“ umsteigen: Damit ist faire und unter arbeiterfreundlichen Verhältnissen produzierte Kleidung gemeint. Dabei wird auch erhöhte Rücksicht auf den Ressourcenverbrauch genommen. Deine Elektrogeräte wie Smartphone oder Laptop solltest du nicht jährlich auswechseln: Solange diese funktionieren und problemlos nutzbar sind, solltest du sie auch verwenden! Natürlich bietet sich in beiden Bereichen auch an, gebraucht zu kaufen aber dazu gleich noch mehr.

INFO: Kaufe Konsumgüter maßvoll und wenn möglich auch überlegt! Vermeide also Impulsivkäufe.

5. Nachhaltigkeit beim Umgang mit Gebrauchtwaren

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Die wenigsten Ressourcen entnimmst du der Umwelt natürlich, wenn du Gebrauchtes kaufst. Es macht darum Sinn, dich bei deinen Käufen erst einmal zu informieren, ob es das gewünschte Produkt auch gebraucht zu kaufen gibt. Viele Menschen verbinden mit Gebrauchtwaren nach wie vor defekte Geräte und eklige, modrige Kleidung. Allerdings sind viele Gebrauchtwaren online und auf Flohmärkten in top Zustand. Man findet häufig einmal Getragenes oder Handys, die nur mal kurz ausprobiert wurden. Durch solche Käufe tust du einerseits der Umwelt, andererseits deinem Geldbeutel etwas Gutes. Natürlich funktioniert dieses Prinzip auch andersherum: Artikel, die du nicht mehr brauchst, kannst du ebenfalls verkaufen anstatt sie verstauben zu lassen oder gar wegzuwerfen!

In folgendem Artikel habe ich einige Alternativen vorgestellt, die dir dabei helfen, ein nachhaltigeres Leben zu führen, dabei habe ich auch eine Möglichkeit vorgestellt, wie du Produkte nachhaltig beziehen kannst anstatt sie neu in Supermarkt oder Elektromarkt zu kaufen. Schau also gerne vorbei!

TIPP: Kaufe und verkaufe Dinge nicht neu sondern gebraucht, um die Umwelt zu schützen

6.Nachhaltigkeit im Bereich Strom und Heizen

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Auch Heizen und Beziehen von Strom können mit dem Konzept der Nachhaltigkeit umweltverträglicher optimiert werden. Viele Heizungen werden nach wie vor mit Erdöl betrieben. Erdöl kann jedoch kaum nachhaltig aus der Umwelt entnommen werden: Wie wir nun wissen, bezeichnet Nachhaltigkeit ja das Entnehmen von Ressourcen in dem Maß, in dem sie sich auch wieder regenerieren können. Erdöl als fossiler Brennstoff benötigt allerdings zehntausende Jahre, bis es sich aus Biomaterial unter extremem Druck der darauf lastenden Erdschichten bildet. Für eine nachhaltige Beheizung ist es empfehlenswert, Informationen über Fernwärme einzuholen, da diese als Nebenerzeugnis der Stromgewinnung eine schonendere Alternative darstellen kann (aber nicht muss).

Auch deinen Stromanbieter solltest du überlegt wählen: Wenn du das Konzept der Nachhaltigkeit verfolgst, musst du einen Bogen um Kohlekraft machen und solltest stattdessen auf grüne Energie wie Wasserkraft oder Windkraft setzen.

INFO: Meide Kohlekraft und beziehe deinen Strom stattdessen lieber aus grünen Energiequellen.

7. Nachhaltigkeit beim Finanzmanagement

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Ein etwas anderes Herangehen an das Konzept der Nachhaltigkeit ist das Management deiner eigenen Finanzen. Da Nachhaltigkeit ja besagt, nur so viel zu entnehmen, wie sich auch regenerieren kann, kannst du dies auch clever auf dein eigenes Ausgabeverhalten anwenden! Du solltest also nicht über deine Verhältnisse leben und sparsam mit deinem Geld umgehen. Beim Umgang mit den eigenen Finanzen erfahren wir an eigener Haut, wie sich nicht-nachhaltiges Verhalten auswirken kann: Wenn du jemals pleite warst und kein Geld mehr zur Verfügung hattest, weißt du, wie schlecht sich das anfühlt.

Das Problem mit der Umwelt ist, dass wir durch unser ressourcenintensives und materielles Leben keine direkten Folgen aus der Umwelt zu spüren bekommen. Wenn wir aufgrund unseres exzessiven Lebens pleite sind, fühlt sich das für uns allerdings direkt schlecht an!

Besonders weil wir aus der Umwelt kein direktes Feedback bekommen, inwiefern sich unser konkretes Verhalten negativ auswirkt, gilt es also, uns stets wieder ins Gedächtnis zu rufen, dass wir uns nachhaltig verhalten müssen. Auch wenn die positiven Folgen sich nicht direkt heute, morgen oder in einem Jahr bemerkbar machen werden!